Ägypten: Präsident Mursi erwartet keine Todesstrafe mehr

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Das ägyptische Kassationsgericht hat die Todesstrafe des inhaftierten Präsidenten Muhammed Mursi gekippt. Es berief ein Wiederaufnahmeverfahren.

Mursi wurde im Juni 2015 vom Regime des Generals und amtierenden Präsidenten Abdelfattah el-Sisi zum Tode verurteilt. Grund für die Verurteilung waren angebliche Verbindungen Mursis zu einem Gefängnisausbruch 2011 während des Arabischen Frühlings 2011.

Ägyptens erster demokratisch gewählter Präsident Mursi wurde im Juli 2013 vom General el-Sisi gestürzt. Mursi war ein Jahr im Amt.

Mursi, der nach seinem Sturz unmittelbar festgenommen wurde, erhielt eine langjährige Gefängnisstrafe wegen anderer vermeintlicher Vergehen.

Die Entscheidung des Gerichts am Dienstag bedeutet für Mursi, dass er keine Todesstrafe mehr zu fürchten hat. Mursi ist Mitglied der einflussreichen religiös-konservativen Muslimbruderschaft. Auch zehntausende Muslimbrüder wurden nach dem Sturz Mursis inhaftiert.

Die Entscheidung des Gerichts geht laut Eurasia News-Informationen nicht zuletzt auf Druck der Türkei zurück, die mit dem inhaftierten Präsidenten Mursi sympathisiert. Der türkische Präsident machte in der Vergangenheit wiederholt deutlich, dass eine Normalisierung der angespannten bilateralen Beziehungen nur mit einer Normalisierung der Beziehungen des el-Sisi-Regimes zur Muslimbruderschaft einhergehen könne.



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