Bau von Autobahn: Türkei bringt Serbien und Bosnien zusammen

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Der türkische Präsident Reccep Tayip Erdogan hat versprochen, Bosnien und Serbien beim Bau einer Verbindungsstraße zu unterstützen, nachdem er mit dem bosnischen Präsidentschaftsmitglied Bakir Izetbegovic und dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic in Istanbul zusammengetroffen war, sagte Izetbegovic gegenüber Medien.

„Es ist ein gigantisches Projekt – aber die Türkei ist ein großartiges Land, das Großes leistet“, sagte Izetbegovic dem regionalen Fernsehsender N1 nach dem Dreiergespräch.

Die beiden Entitäten Bosniens, die Föderation Bosnien und Herzegowina und die Republika Srpska, befinden sich nach wie vor in einer Sackgasse, was den genauen Verlauf der Autobahn betrifft.

Türkischen Medien zufolge wurden in Istanbul auch türkische Investitionen in der Region, trilaterale Beziehungen und ein Autobahnprojekt zwischen Novi Pazar und Priboj, in Serbiens hauptsächlich bosnisch geprägten südlichen Sandzak-Region, diskutiert.

Izetbegovic fügte hinzu, dass der serbische Präsident Vucic seinem türkischen Amtskollgen versichert hat, dass Bosnien und Serbien „nie wieder Ärger haben werden“ – und nannte das Treffen potentiell „historisch“.

Vucic sagte nach dem Treffen, dass Bosnien und Serbien härter arbeiten würden, um „einen dauerhaften und sicheren Frieden“ zu sichern, und fügte hinzu, dass Belgrad das Friedensabkommen von Dayton von 1995, das den Krieg von 1992-95 in Bosnien beendete, weiterhin einhielt.

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„Alles, was wir von den Bosniaken verlangen, ist, dass sich die Serben in Bosnien sicher fühlen, und – so wie wir die territoriale Integrität Bosniens nicht in Frage stellen – bitten wir sie, die Republika Srpska genauso zu behandeln“, sagte Vucic, laut der Nachrichtenagentur Beta, und bezog sich dabei auf Bosniens hauptsächlich serbische Region.

Der Präsident der Republika Srpska, Milorad Dodik, kritisierte jedoch die Anwesenheit von Izetbegovic bei dem Treffen, da Izetbegovic nur Mitglied und nicht der derzeitige Vorsitzende der dreigliedrigen bosnischen Präsidentschaft ist.

„Soweit ich weiß, war es nicht die Entscheidung der Präsidentschaft von Bosnien und Herzegowina, sondern von Izetbegovic“, sagte Dodik der Presse und nannte den Besuch von Izetbegovic einen „gefährlichen Präzedenzfall“.

Die in Sarajevo ansässige Politikwissenschaftlerin Ivana Maric sagte dem Investigativ-Portal BIRN, dass Izetbegovics Besuch in Istanbul tatsächlich das Standardverfahren umgangen habe, weil er nicht der Vorsitzende der Staatspräsidentschaft sei. Die Position des Präsidentenvorsitzes wechselt alle sechs Monate zwischen den drei bosnischen, serbischen und kroatischen Mitgliedern.

Allerdings gab es keine Beschwerden von Seiten des serbischen Präsidenten Vucic, was einer faktischen Anerkennung von Izetegovic als mehr oder weniger einziger Präsident Bosnien-Herzegowinas gleichkommt. Die Volkszählung 2013 ergab einen Anteil von 50,1 Prozent Bosniaken (größtenteils Muslime), 30,8 Prozent Serben (größtenteils Orthodox) sowie 15,4 Prozent Kroaten (größtenteils Katholiken).

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