Diyanet-Vorsitzender: „Muslimische Welt wurde in 40 Teile gespalten“

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Der Leiter der Türkischen Religionsgemeinschaft (Diyanet) hat die muslimische Welt am Freitag zur Einigkeit aufgerufen. Er beklagt die rassischen und konfessionellen Spaltungen der letzten Jahre.

„Die muslimische Welt war vor hundert Jahren unter einem einzigen Banner vereint. Jedoch nach einem gut durchdachten und bekannten Plan, wurde sie in 40 Teile gespalten“, sagte Diyanet-Vorsitzender Ali Erbaş in Erinnerung an das Osmanische Reich bei einem Treffen mit Stellvertretern der US-amerikanischen muslimischen Gemeinschaft im Diyanet Center of America (DCA) in Maryland.

„Wir alle sollten uns dessen bewusst sein, denn die Geschichte hat uns gezeigt, wie dieses ausbeuterische System geschaffen wurde“, fügte er hinzu.

Er wies darauf hin, dass Muslime seit Jahrhunderten provoziert werden, sich wegen ethnischer Unterschiede gegenseitig zu bekämpfen, und sagte, dass sie nun durch terroristische Organisationen gegeneinander ausgespielt würden. Details nannte er nicht. Allerdings dürfte der Imam mit seinen Aussagen auf die Zeit des Kolonialismus und die Verbreitung des Nationalismus hindeuten. Auch Konflikte mit Terrororganisationen wie den „Islamischen Staat“ oder die PKK kommen in den Sinn.

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Erbaş sagte, dass entgegen der bestehenden Tendenzen verschiedene ethnische Hintergründe im Grunde einen Reichtum in der Weltreligion Islam darstellen, wie im heiligen Koran erwähnt. Verschiedene Ethnien im Islam sollten kein Grund für Auseinandersetzungen sein, betonte er.

„Wir möchten, dass Sie die Botschaften, für die die Türkei steht, verbreiten“, sagte Erbaş und antwortete auf eine Frage, was US-amerikanische Muslime für die Türkei als religiöses Zentrum tun können. Unter Hinweis auf die inzwischen sprichwörtliche Bemerkung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sagte er:

„Die Welt ist größer als fünf“.

Diese Aussage wird als Kritik an das bestehende Establishment der Weltmächte gewertet, die als Siegermächte, ausgenommen China, aus dem zweiten Weltkrieg hervorgingen. Die zumeist westlichen Staaten, die den UN-Sicherheitsrat besetzen, sollen aus Sicht politischer Kreise in der Türkei nicht die legitimen Interessen der muslimischen Welt repräsentieren. Kritiker des Rates wittern eine politische Agenda, die zu einseitigen Entscheidungsfindungen führt und muslimische Nationen mangels Repräsentation benachteiligt.

Erbaş hielt eine Predigt im Diyanet Center, das Erdoğan Ende 2015 eröffnete, bevor es für den Diyanet-Vorsitzenden nach New York weitergeht.

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