Erdogan: Türkei wird Handelsbeziehungen mit Tunesien stärken

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Nach Sudan und Tschad hat der Besuch von Präsident Erdoğan in Tunesien die Entschlossenheit der Türkei unterstrichen, die regionalen Beziehungen, insbesondere im Privatsektor, auszubauen. Die Wirtschaft wird ermutigt, mehr Investitionen in Tunesien zu tätigen.

Tunesien, die letzte Station der Afrika-Tour von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, demonstrierte den gemeinsamen Willen beider Länder, die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen weiter auszubauen und zu verbessern. Die Bereitschaft wurde durch vier Abkommen in den Bereichen militärische Zusammenarbeit, Finanzhilfe, gegenseitige Investitionsförderung und Umweltzusammenarbeit besiegelt.

Die tunesische Nachrichtenagentur Agence Tunis-Afrique-Presse (TAP) zitierte den tunesischen Außenminister Khemaies Jhinaoui mit den Worten, dass das neu unterzeichnete Abkommen über die militärische Zusammenarbeit es den tunesischen Streitkräften ermöglichen, in der Türkei künftig ausgebildet zu werden. Beide Staaten arbeiten bereits eng im rüstungsindustriellen Bereich zusammen.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem tunesischen Präsidenten Beji Caid Essebsi hob Präsident Erdoğan hervor, dass die Wirtschaftsbeziehungen der Türkei zu Tunesien ausgebaut werden. „Wir werden unseren Privatsektor ermutigen, mehr Investitionen in Tunesien zu tätigen“, versprach Erdoğan. Die Türkei werde Tunesien bei der Überwindung des wirtschaftlichen Engpasses, mit dem es zu kämpfen hat, zur Seite stehen. Der Privatsektor wird künftig mehr Unterstützung von der türkischen Regierung erhalten, heißt es laut Medienberichten.

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Türkei bereite, Importe aus Tunesien anzukurbeln

Zum Ungleichgewicht im Handel zwischen den beiden Ländern betonte der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci, dass eine vernünftige Lösung darin bestehe, die Exporte beider Länder zu steigern.

„Wenn nötig, werden wir den Import von Olivenöl aus Tunesien in Erwägung ziehen, um die Exporte Tunesiens anzukurbeln“, sagte Zeybekci.„Die Ankurbelung eines ausgeglichenen Handelsvolumens wird auch weiterhin eine der Prioritäten unserer bilateralen Wirtschaftsagenda sein“, sagte Erdoğan. Der Präsident hob auch hervor, dass die beiden Länder an der Vertiefung der Tourismuspartnerschaft arbeiten müssen.

Im Jahr 2016 erreichte das bilaterale Handelsvolumen zwischen der Türkei und Tunesien 1,25 Milliarden US-Dollar. Die türkischen Exporte in das Land beliefen sich auf 910 Millionen USDollar und die Importe auf 214 Millionen US-Dollar.

Zu diesem Zweck stellte die Türkei einen 300 Millionen US-Doller schweres Darlehen für Tunesien bereitgestellt und weitere 300 Millionen US-Dollar werden gegenwärtig in Form eines Darlehens für Tunis zur Seite gestellt.

Tunesien verfügt über eine der am stärksten diversifizierten Volkswirtschaften und höchsten Lebensstandards in Afrika. Ihre Wirtschaft stützt sich in erster Linie auf den Tourismus, den Dienstleistungssektor, die Landwirtschaft, die Textilindustrie sowie die Öl- und Phosphatproduktion. Im Rahmen des mit der EU unterzeichneten Abkommens zur Abschaffung der Zölle auf Industrieerzeugnisse exportiert sie in EU-Länder mit Zollbefreiung.

Die Türkei exportiert hauptsächlich Textilerzeugnisse, Konfektionsartikel und Fahrzeuge nach Tunesien, während sie Düngemittel, anorganische Chemikalien und Konfektionsartikel importiert. TAV Airports, der führende Flughafenbetreiber der Türkei, betreibt zwei Flughäfen in Tunesien.

Der tunesische Präsident Essebsi bestätigte, dass beide Parteien ein breites Spektrum von Themen erörtert hätten, darunter die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Beziehungen.

Mit dem Besuch von Präsident Erdoğan im Land, betonte Essebi, werden die bilateralen Beziehungen weiter gedeihen, da die beiden Länder über bedeutende wirtschaftliche Beziehungen verfügen.

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