Wirtschaft: Türkei baut Serbien zum Sprungbrett für Osteuropa aus

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Türkische und serbische Wirtschaftskreise setzen große Hoffnungen auf den bevorstehenden Besuch von Präsident Recep Tayyip Erdogan in Belgrad am Dienstag. Der türkische Präsident möchte die Wirtschaftsbeziehungen deutlich ausweiten.

Der Präsident der serbischen Industrie- und Handelskammer, Marko Cadez, erklärte gegenüber der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu, dass bestimmte Änderungen des Freihandelsabkommens zwischen den beiden Ländern während des Besuchs geplant sind.

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„Die Änderungen zum Freihandelsabkommen wurden letzte Woche harmonisiert und werden während des bevorstehenden Besuchs der türkischen Staats- und Wirtschaftsdelegation in Serbien offiziell beschlossen“, sagte Cadez.

Nach Angaben des Türkischen Statistikinstituts (TurkStat) ist das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern seit der Unterzeichnung des Freihandelsabkommens im Jahr 2009 kontinuierlich gestiegen. Es stieg von 362 Millionen US-Dollar im Jahr 2009 auf fast 900 Millionen US-Dollar im Jahr 2016.

Cadez betonte in diesem Zusammenhang allerdings, dass es zwischen beiden Ländern noch „ein enormes ungenutztes Potenzial“ gebe. Eine weitere Liberalisierung des Handels mit Agrar- und Nahrungsmitteln werde zu einer Ausweitung des bilateralen Handels beitragen.

Der türkische Export nach Serbien belief sich auf 442 Millionen US-Dollar, während der türkische Import aus Serbien im Zeitraum Januar-August 2017 mehr als 284 Millionen US-Dollar betrug.

Ankara sieht Serbien als Schlüsselland für regionale Stabilität auf dem Balkan und unterstützt den europäischen Integrationsprozess.

Mehr als 70 türkische Unternehmen sind mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 113 Millionen US-Dollar in Serbien aktiv. Die Türkei ist hauptsächlich in den Sektoren Textilien, Nahrungsmittel und Bauwesen präsent.

Cadez sagte, dass die Änderung des Freihandelsabkommens neue Fabriken und Anlagen sowie neue Exportkanäle in Serbien vorsieht. Türkische Investoren sollen im Gegenzug gewinnbringende Investitionen umsetzen dürfen.

„Es ist wichtig, mit der Produktion von Gemeinschaftsunternehmen für Drittmärkte zu beginnen, was beiden Seiten Vorteile bringt“, fügte er hinzu. Aleksandar Medjedovic, Präsident des türkisch-serbischen Wirtschaftsrats des Ausschusses für Außenwirtschaftsbeziehungen, bemerkte über die Wirtschaft seines Landes:

„Serbien zieht die höchsten Direktinvestitionen in der Region an.“

Medjedovic stimmte mit Cadez überein, dass türkische und serbische Unternehmen bei Drittländern, insbesondere in Osteuropa, eng miteinander kooperieren könnten.

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Serbien könne zu einem Sprungbrett für türkische Unternehmen werden, die in Europa expandieren wollen. Serbien könne dank niedriger Lohnkosten und staatlicher Anreize auch als Produktionsstandort für türkische Unternehmen dienen.

Erdogan wird Serbien von Montag bis Mittwoch besuchen, um über bilaterale Beziehungen einschließlich den Handel zu diskutieren. Er soll mit seinem serbischen Amtskollegen und dem Parlamentssprecher des Landes zusammentreffen. Die Staats- und Regierungschefs der beiden Länder nehmen auch am Türkei-Serbien-Wirtschaftsforum teil.



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