Finanzierung des Staates Kurdistan? Israel kauft vier Fünftel seines importierten Erdöls aus Arbil

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Israel hat 77 Prozent seiner Erdölimporte in den letzten Monaten aus der Autonomen Kurdenregion im Nordirak gekauft, um den Kampf gegen Dschihadisten zu finanzieren, berichteten die „Financial Times“ am Sonntag.

Insgesamt strömten jüngsten Vernehmungen zufolge mehr als 19 Millionen Barrel des „Schwarzen Goldes“ zwischen Mai und dem 11. August dieses Jahr aus den Bohrlöchern des bürgerkriegsgeschüttelten Nordiraks in den Judenstaat. Die kurdischen Energieausfuhren ließ sich Israel rund ein Milliarde US-Dollar kosten, die eigenen Angaben zufolge den Kurden im Kampf gegen den selbsternannten „Islamischen Staat“ zu Gute kommen sollen.

Die kurdische Regierung in Arbil unter Präsident Barzani hat es vermocht seit dem letzten Jahr, nach Absprachen mit Bagdad die heimische Förderrate deutlich anzukurbeln und den Export von täglich 400,000 Barrel pro Tag konstant zu gewährleisten. Die Einnahmen aus dem Geschäft seien laut dem Nachrichtenportal „i24 News“ wichtige Finanzierungsquellen für die Peshmerga, die sich im Nordirak unerbittliche Scharmützel mit dem IS liefern.

Israel erklärt die neuerliche Nachfrage für kurdischer Energie, die sie über den türkischen Hafen Ceyhan beziehen, als indirekte Unterstützung für die Kurden gegen Dschihadisten. Unklar ist, welche Position Tel Aviv hinsichtlich den Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden im Nahen Osten bezieht und inwiefern sich die Beziehungen zu Barzani auf andere kurdische Organisationen, wie die PKK oder syrische PYD/YPG, die mit Arbil um Legitimität innerhalb der kurdischen Bevölkerung konkurrieren, auswirken.

Die Regierung der Autonomen Kurdenregion hat Verkäufe an Israel bisher nicht bestätigt. Ein hochrangiger kurdischer Offizieller jedoch stellte klar:

„Uns interessiert es nicht, wohin unser Öl hingeht, wenn wir es an unsere Händler verkauft haben. Unsere Priorität ist es, Geld zu verdienen, um unsere Peshmerga gegen den IS und unsere Beamten zu finanzieren.“



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