Türkei weiht millionenschweren Militär-Flugsimulator in Katar ein

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Das größte Verteidigungsindustrieprojekt der Türkei in Katar, ein Ausbildungszentrum für Hubschrauber-Flugsimulation, wurde am Sonntag offiziell eröffnet.

Der türkische Verteidigungsminister Nurettin Canikli und der katarische Staatsminister für Verteidigung Khalid bin Mohammad al-Attiyah nahmen an der feierlichen Einweihung des Ausbildungszentrums für AugustaWestland AW-139 Hubschrauber teil.

Der Flugsimulator der türkischen staatlichen Flugabwehr- und Militärsoftwarefirma HAVELSAN umfasst hochauflösende Satellitenbilder des gesamten Hoheitsgebiets von Katar und Karten der gesamten Golfregion. Der Simulator kostet in etwa die Hälfte des Preises eines Helikopters. Es wird argumentiert, dass die moderne Technik für die Ausbildung unerlässlich ist.

Am Sonntag wurde der türkische Verteidigungsminister von seinem katarischen Amtskollegen auf der al-Udeid Air Base, südwestlich der Hauptstadt Doha, empfangen.

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Während der Eröffnungszeremonie bezeichnete Canikli die Kooperation zwischen der Türkei und Katar als zwei brüderliche Länder, die eine strategische Partnerschaft verbindet. „Unsere Beziehungen auf dem Gebiet der Verteidigung werden sich verbessern“, fügte er hinzu.

„Die schmerzhaften Erfahrungen, die wir unzählige Male gemacht haben, haben uns gelehrt, dass man nicht nur Zuschauer im Falle von Verteidigungstechnologien sein kann. Wenn wir uns in den letzten zehn Jahren nicht für diese Bemühungen eingesetzt hätten, hätte die Türkei große Mühe gehabt, den heutigen Angriffen zu widerstehen“, sagte er.

Canikli sagte, dass die Türkei im Verteidigungssektor Fortschritte machte. „Die Türkei hat mit der Welt aufgeholt, vor allem im Bereich der Drohnenbau. Das F-35 Kampfflugzeug ist vermutlich der letzte Kampfflugzeug, in dem ein Pilot sitzen wird“, sagte er und fügte hinzu, dass die zukünftigen Luftkämpfe von den Drohnen geführt werden.

Nach der Einweihungszeremonie besichtigten Canikli und al-Attiyah gemeinsam mit anderen Militärdelegationen die Anlage.

Das Projekt wurde am 10. Mai 2013 mit dem Ziel unterzeichnet, die Bedürfnisse von AW-139-Hubschrauberpiloten und Betreibern in den katarischen Streitkräften zu erfüllen. Ende 2016 wurde das Projekt nach Katar verlegt und der Bau vollendet.

Bisher haben 55 Piloten der katarischen Luftwaffe eine umfassende Ausbildung mit dem türkischen System erhalten. 40 Ingenieure arbeiteten in den vergangenen drei Jahren an dem 39-Millionen-US-Dollar-Projekt.

Die katarischen Beamten sagten, dass der Simulator von HAVELSAN der beste ist, den sie bisher genutzt haben.

Die Verteidigungsbeziehungen zwischen der Türkei und Katar haben sich in den letzten Jahren im Einklang mit dem politischen Bündnis der beiden Länder gestärkt. Die Türkei unterhält eine Militärbasis in Katar.

Anfang Juni brachen eine Handvoll arabischer Staaten, angeführt von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, die diplomatischen Beziehungen zu Katar abrupt ab und verhängten eine Wirtschaftsblockade gegen das kleine Golfland. Die Saudi-geführten Staaten unterstellen Doha. Die katarische Regierung hat den Vorwurf bestritten. Die Blockade sei ungerechtfertigt und eine Verletzung des Völkerrechts abgewiesen.

Die Türkei gilt als Schlüsselunterstützland, das Katar beim Ausbruch der diplomatischen Krise mit Saudi-Arabien und dessen Verbündeten unterstützte. Ankara sprang mit Wirtschaftsexporten und Nahrungsmittellieferungen ein.

Die Türkei ruft die beteiligten Parteien nachdrücklich auf, die Katar-Krise durch diplomatische Kanäle zu lösen, da sowohl wirtschaftliche als auch politische Sanktionen nicht den Interessen der beteiligten Staaten dienen.

 



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