Griechenland: Schulden wachsen, Wirtschaft schrumpft

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Eine Besserung der Lage in Griechenland ist nicht zu erwarten. Die von Tsipras vorgelegten Zahlen für 2015 und die schöngefärbten Prognosen für 2016 verdeutlichen die Misere, in der das Land steckt.

Bis zum Ende des Jahres dürfte der griechische Schuldenberg auf 315,8 Milliarden Euro wachsen, was einer Verschuldungsquote von 181,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Dieses jedoch dürfte den Schätzungen zufolge gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Prozent sinken. Und die Arbeitslosigkeit? Die liegt nach der Anwendung aller statistischen Tricks immer noch bei satten 24,4 Prozent.

Für 2016 sieht es noch düsterer aus. So sollen die Staatsschulden im kommenden Jahr auf 333,5 Milliarden Euro anwachsen. Dies entspricht bei der prognostizierten Schrumpfung der griechischen Wirtschaft um 1,6 Prozent dann 192,4 Prozent der Wirtschaftsleistung. Auch die Arbeitslosigkeit soll demnach auf eine Quote von 25,8 Prozent ansteigen.

Allerdings ist zu bedenken, dass die Prognosen für nächstes Jahr äußerst optimistisch geschätzt wurden. Angesichts der weiteren Sparmaßnahmen und der anhaltenden wirtschaftlichen Schwäche aufgrund fehlender Impulse, dürfte die griechische Wirtschaftsleistung eher um bis zu 5 Prozent sinken. Und die Staatsschulden? Die werden sich wohl eher in Richtung 340 Milliarden Euro bewegen, da die ganzen aufgezwungenen Maßnahmen wohl kaum dazu beitragen werden, dass die Steuereinnahmen steigen. Damit läge die Verschuldungsquote Ende 2016 wohl eher bei 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Es wird immer deutlicher, dass wir wohl in einem Jahr wieder eine „Grexit-Debatte“ führen werden, weil sämtliche Maßnahmen denen die griechische Regierung unter Tsipras zustimmen musste, von vornherein zum Scheitern verurteilt waren. Neue Kredite zur Tilgung von Altkrediten zu geben und ein wenig an ein paar Steuerschrauben zu drehen, geht eben nicht wirklich als (nachhaltige) Reform durch. Auch wenn uns das die Politik und so manche Medien verkaufen wollen.

Der Artikel wurde zuerst auf Contra-Magazin veröffentlicht.



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