Iran: Ein globaler Stahlgigant in der Warteschleife

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Wenn es darum geht, Wachstumschancen und die Entwicklung eines Landes zu bewerten, dann gehört die Stahlproduktion zu den wichtigsten Faktoren, heißt es. Laut Mehdi Zohrevandi, Mitglied der iranischen Industrie- und Handelskammer, weise die Islamische Republik gerade in diesem Feld noch viel Luft nach oben auf. Internationale Sanktionen behinderten allerdings bislang eine konsequente Ausschöpfung der Möglichkeiten, vor allem auch im Export. Im vergangenen Jahr produzierte Iran 16 Millionen Tonnen Stahl.

„Iran hat gute und reiche Minen. Darüber hinaus gesellen sich dem zahlreiche leistungsfähige Stahlwerke im Land hinzu“, sagte Zohrevandi und fügte fordernd hinzu. „Doch ein gutes Unternehmen ist eines, welches auch gute Exporte ins Ausland hat.“

Im ausgegangenen islamischen Kalenderjahr, das am 20. März endete, erklärte die Regierung in Teheran, dass die iranische Schwerindustrie über 16 Millionen Tonnen an Rohstahl gewonnen habe.

Dennoch die Exportwirtschaft ist bislang Irans Achillesferse: Im vergangenen Jahr exportierte das Land Eisenerze im Wert von 366 Millionen US-Dollar. Die Exportrate brach im Vergleich zum Jahr 2013 um ganze 54,4 Prozent ein. Stahlprodukte erreichten einen Exporterlös in Höhe von rund 2 Milliarden US-Dollar. Zeitgleich muss Iran aber trotz reichlicher heimischer Vorkommen große Mengen an Eisen und Gusseisen importieren. Der Import lag 3,34 Milliarden US-Dollar, laut offiziellen Statistiken.

Die Welt-Stahl-Assoziation erklärte, dass Teheran in den letzten Jahren dennoch eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht habe. Schließlich sei die Stahlproduktion von 7,869 Mio. Tonnen im Jahre 2003 auf 15,422 Mio. Tonnen im Jahr 2013 gestiegen. Dem iranischen Statistikamt zufolge stieg die Stahlproduktion damit im letzten Jahr um 7,4 Prozent auf 16,8 Mio. Tonnen.

Aktuell scheint allein das ressourcenhungrige China Nutznießer der allmählich anlaufenden Konjunktur in Irans Schwerindustrie zu sein. Peking unterhält in der Islamischen Republik sieben große Stahlwerke.

Der Geschäftsführer der Isfahan Mubaraka Stahlwerke, Behram Subhani, sagte der Nachrichtenagentur Trend, dass der Iran aktuell der fünfzehntgrößte Stahlproduzent der Welt sei. Sollten Reform- und Modernisierungsprozess erfolgreich verlaufen, könnte die Islamische Republik schon bald auf den 12. Platz emporklettern, so der Unternehmer.

Staatliche und private Unternehmen wollen laut Zohrevandi dabei künftig Hand in Hand zusammenarbeiten, um den Stahlsektor möglichst schnell auf Vordermann zu bringen.

Sanktionen haben für die iranische Wirtschaft große Probleme geschaffen, die das Land sehr stark treffen, fügte Zohrevandi hinzu. Sie lähmten über viele Jahre jegliches Streben nach Prosperität und brachten zahlreiche unliebsame Parallelsysteme hervor, die vor allem der Schattenwirtschaft dienten. Iran wurde systematisch aus der Weltwirtschaft gedrängt. Ausländische Investitionen erreichten, wenn überhaupt, nur über verschlungene Pfade iranische Unternehmen. Der Atom-Deal, der nun endgültig am 30. Juni beschlossen werden soll, bedeutet für die iranische Wirtschaft immerhin einen Hoffnungsschimmer.

 

 



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