Iran präsentiert erster Langstrecken-Marschflugkörper – Europa im Radius

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Die Islamische Republik enthüllte am Wochenende ihren ersten selbst hergestellten Boden-Boden-Marschflugkörper, der laut Verteidigungsminister fähig sei, Ziele mit hoher Genauigkeit und „Präzision“ zu eliminieren. Die Rakete „Soumar“ hat vor allem in Israel nervöse Reaktionen ausgelöst.

Das neue Waffensystem wurde von Experten der iranischen Luftfahrtindustrie und mit Unterstützung des Verteidigungsministeriums hergestellt, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur IRNA. Verteidigungsminister Hussein Dehgan erklärte während der Veröffentlichungszeremonie, dass „Soumar“ gegenüber älteren Modellen durch eine deutlich erhöhten Reichweite und Zielgenauigkeit besteche.

Am Sonntag erhielten die iranischen Revolutionsgarden Zwecks nationaler Luftverteidigung zudem Langstrecken-Marschflugkörper vom Typ „Ghadr“ und „Ghiam“, die unter anderem als offensive Waffen benutzt werden können.

Minister Dehgan beschrieb das neue Raketenprodukt als schlagkräftiges System, das dazu fähig sei, eine Reihe verschiedenster Ziele ohne weiteres auszuschalten. Ausgerüstet mit Radargeräten sei die Rakete „trotz elektronischer Gegenmaßnahmen des potenziellen Feindes“ punktgenau.

Iranische Minister fügten hinzu, dass das neue Raketensystem die Verteidigungsfähigkeit des Landes erhöhe und dass Iran laut IRNA nicht der Erlaubnis anderer Länder wie die USA bedarf, um die heimische Rüstungsindustrie anzukurbeln. Die Islamische Republik ist stolz, trotz massiver Sanktionen aus dem Westen eine schlagkräftige nationale Verteidigung unabhängig aufgebaut zu haben.

Israelische Medien zeigten sich infolge der iranischen Meldungen beunruhigt – wobei unklar ist, ob der damit zusammenhängende Alarmismus politische Gründe hat oder sich die Regierung in Jerusalem tatsächlich bedroht fühlt. Unter anderem wurde berichtet, dass es merkwürdig sei, dass das Militär diese Waffen einfach so öffentlich zur Schau stellte. Es wird vermutet, dass es sich dabei um einen Ausdruck eventueller Verstimmungen zwischen Hardlinern und der Regierung Ruhani handeln könnte, die derzeit in Genf um einen Atomdeal mit dem Westen ringt.

Die Tageszeitung „Haaretz“ zog unterdessen Paralellen zwischen „Soumar“ und der Kh-55 Rakete, die in der Lage sei, mit „nuklearen oder konventionellen Sprengköpfen“ ausgerüstet zu werden.

Im Zeitungsbericht wird zudem behauptet, dass der Iran schon einmal Raketen vom Typ Kh-55 im Jahr 2001 von der Ukraine gekauft und diese womöglich als Grundlage für die Entwicklung des eigenen Marschflugkörpers verwendet hätte. Die Kh-55 wurde bereits zu Zeiten der Sowjetunion verwendet.

In den letzten Jahren kündigte Teheran immer wieder an, die Entwicklung fortschrittlicher Kriegstechnologien anzustreben.



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