Iran schürt Ärger im Ausland – Jetzt kriegt es seine eigene Hölle

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Die gegenwärtigen massiven Straßenproteste im Iran resultierten, weil sich die iranischen Staatsführer lieber mit den internen Konflikten ihrer Nachbarländer befassen als mit ihren eigenen, schreibt Kolumnist Ilnur Cevik in einem Beitrag für die Sabah Zeitung

Der persische Expansionismus im Nahen Osten scheint seinen Tribut vom Iran zu fordern. Das beweisen die inländischen Proteste, die sich in eine Lawine verwandelten. Die iranische Wirtschaft ist damit überfordert, die iranischen Interventionen im Irak, Syrien, Jemen und Libanon zu finanzieren, was ein äußerst teures Geschäft ist.

Wachsende Straßenproteste zeigen, dass der gewöhnliche Iraner mit der Art und Weise, wie das Land geführt wird, unzufrieden ist. Die Menschen sind wirtschaftlich unter Druck, und die Arbeitslosigkeit ist zu einer großen Quelle der Unzufriedenheit geworden, vor allem bei der jungen Bevölkerung.

Die iranische Staatsführung vernachlässigt ihr Volk. Stattdessen gibt sie weitreichende Gelder für die Finanzierung von militärischen und verdeckten Operationen im Ausland aus.

Die Demonstranten kritisierten gezielt das Regierungsengagement in Syrien. Sie forderten die Regierung auf, „Syrien zu verlassen und über uns nachzudenken“. Sie haben auch die Besessenheit der Regierung verurteilt, die Hisbollah im Libanon zu unterstützen.

„Nicht Gaza, nicht Libanon, mein Leben für den Iran“, skandierten sie. Videos zeigen Demonstranten, die Plakate des an sich renommierten al-Quds-Kommandeurs Qasem Soleimani herunterreißen, der für die Auslandseinsätze der Islamischen Revolutionsgarde verantwortlich ist.

Neben ihrer militärischen Präsenz im Ausland sind iranische Spione überall in der Region präsent – vor allem in Syrien, Irak und Libanon sowie im Jemen und in den Golfstaaten.

Iranische Spione werden verdächtigt, die gewalttätigen Proteste in der kurdischen Provinz Sulaymaniyah im Nordirak provoziert zu haben. Die Iraner haben offenbar versucht, in der von den Kurden kontrollierten, aber gescheiterten Provinz Erbil ähnliche Gewalttätigkeiten auszulösen. Weil das nicht klappte, konzentrierten sie sich auf Sulaymaniyah, das als Brutstätte kurdischer Dissidenten gilt.

Es geht darum, den Eindruck zu erwecken, dass die kurdischen Behörden die Provinz nicht kontrollieren können. Die Voraussetzungen sollen geschaffen werden, damit die irakische Zentralregierung die Provinz übernimmt. Bagdad ist eng mit Iran alliiert. Passend erklärte der irakische Premierminister Haidar al-Abadi kürzlich, dass seine Streitkräfte eingreifen müssen, wenn die Straßengewalt in Sulaymaniyah anhält.

Aber der persische Expansionismus scheint sich als ein teures Abenteuer für die iranische Führung erwiesen zu haben.

Die Proteste, die am Donnerstag begannen, haben im ganzen Iran stattgefunden, von Grenzstädten wie Maschhad im fernen Osten bis nach Rascht am Kaspischen Meer. Am zweiten Tag hatten sie sich auf mindestens ein Dutzend Städte ausgebreitet, darunter Isfahan, Qom, Qazvin, Sari, Kermanschah, Ahvaz, Hamedan, Rascht, Schahrud, Nowschahr und Kaschmar. Dazu gehören Gebiete mit einer großen Anzahl von Minderheiten wie Kurden in Kermanschah und Araber in Ahvaz sowie Gebiete im persischen Kernland.

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Am Samstagabend und Sonntag breiteten sich die Proteste auch auf Bandar Abbas an der Südküste und auf die Städte Ilam, Baneh und Sanandasch in der kurdischen Region aus.

Die Demonstranten wurden nicht durch die Reden oder Handlungen einer politischen Person oder Gruppe motiviert. Die Proteste waren spontan, scheinen aber gut organisiert zu sein, was bedeutet, dass ausländische Hände im Iran Unruhe stiften. So geben sie dem Iran einen Hauch von der Medizin, die der Iran selbst dem Nahen Osten aufgetischt hat.

2018 müssen die iranischen Staats- und Regierungschefs nun gründlich nachdenken. Entweder beschwichtigen sie ihre eigenen Leute oder sie finanzieren weiterhin Subversionen im Ausland. Dennoch müssen sie sich daran erinnern, dass sie die aktuellen Proteste mit eiserner Faust stoppen können, aber solange sie die Gründe dafür nicht auslöschen, werden sie niemals überleben.



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