Iranische Drohne tötete türkische Soldaten in Syrien

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Eine iranische Drohne wurde beim Angriff auf ein türkisches Militärcamp in Nordsyrien am 24. November genutzt, bei dem vier Soldaten starben. Das hat ein hochrangiger Beamter der Türkei am Mittwoch erklärt.

Die Türkei identifizierte die Drohne als Produkt aus Iran. Es konnte nicht eindeutig geklärt werden, ob die Drohne von der libanesischen Hisbollah, den iranischen al-Quds-Einheiten oder anderen Schiiten-Einheiten in Syrien benutzt wurde, sagte der Beamte, der anonym bleiben wollte.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu, begleitet vom MIT-Geheimdienstchef Hakan Fidan, stattete Teheran am 26. November einen Überraschungsbesuch ab. Dabei diskutierten die Staatsvertreter mit Iran „Fragen in Hinblick auf den IS und Anti-Terrorismus“. Auch die Angelegenheit rund um die getöteten türkischen Soldaten in Syrien wurde angesprochen, wonach eine iranische Drohne für den Tod verantwortlich ist, sagte der Beamte.

Minister Cavusoglu selbst dementiert, dass der Luftangriff in Teheran diskutiert wurde. „Unser Besuch in Teheran hat nichts mit dem Flugzeug zu tun. Wir reisten zur vierten Runde der Diskussionen für ein Frieden in Syrien an. Wir besprachen, wie ein Waffenstillstand erreicht werden könne, um humanitäre Hilfen zu entsenden. Es ging nicht über die Drohne“, zitierte Habertürk Cavusoglu am sechsten Dezember.

„Die syrische Armee besitzt keine Drohnen“

In einem Telefongespräch zwischen dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin am 26. November sollen sich „beide Parteien einig geworden sein, dass der Angriff von einer Drohne aus erfolgte“. Das sagten russische Quellen, auf die sich die türkische Tageszeitung Hürriyet beruft. Erdogan und Putin sprachen sich am 26. November zwei Mal in nur 26 Stunden.

Moskau informierte Ankara, dass die Drohne nicht der russischen Armee gehöre. Die syrische Armee besitze solche Systeme ebenfalls nicht. Die US-geführte Anti-IS-Koalition gab an, dass auch ihnen die Drohne nicht gehört, fügte die Quelle hinzu.

„Es ist nicht klar, wem die Drohne gehört“, sagte der namentlich nicht erwähnte Beamte. Beide Präsidenten einigten sich jedoch darauf, gemeinsam auswendig zu machen, auf wen der Angriff zurückgeht.

Cavusoglu sagte am dritten Dezember gegenüber libanesischen Medien, dass Russland nicht „direkt zurückwies“, dass Regierungstruppen al-Assads dahinter stehen, „aber sie sagte, syrische Flugzeuge haben nicht solch eine Feuerkraft und besitzen keine unbemannten Flugzeuge oder Drohnen“.

„Es gibt verschiedene Meinungen darüber und es kursieren zahlreiche Schuldzuweisungen. Russland jedenfalls bestätigt eindeutig, dass es die russische Armee nicht war“, betonte die türkische Quelle.

Am ersten Dezember sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow, weder Syrien noch Russland führten den Angriff auf die türkischen Soldaten in Nordsyrien am 24. November aus. Der Schluss liegt nahe, dass eine Gruppe mit engen Verbindungen zum Iran, dass eine türkische Einflusszone in Syrien ablehnt, dahinter steckt.

„Bei einem Luftschlag, der auf syrische Regierungstruppen zurückzuführen ist, sind drei unserer heroischen Soldaten getötet und 10 weitere verletzt worden, einer schwer“, teilten die türkischen Streitkräfte in einer schriftlichen Mitteilung am 24. November mit. Angaben zufolge ereignete sich der Luftschlag unweit der Stadt al-Bab.

In einem Interview mit dem türkischen Staatsfernsehen teilte Regierungssprecher Numan Kurtulmus am ersten Dezember mit, dass Vermutungen bestehen, demnach es sich um einen Drohnenangriff halten könnte.

Am 24. August startete die türkische Armee gemeinsam mit der Freien Syrischen Armee (FSA) die „Schutzschild Euphrat“-Operation, um die Terrormiliz „Islamischer Staat“ und den syrischen Ableger der PKK, auch YPG/PYD genannt, aus dem türkisch-syrischen Grenzgebiet zurückzudrängen. Inzwischen steht die FSA nur noch 400 Meter vom Stadtkern al-Babs entfernt, das letzte Zentrum des IS in der Aleppo-Provinz Nordsyriens.



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