Iranisches Militär: Wir sind bereit für alle Eventualität an unserer Grenze

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Fürchtet Iran den kurdischen Nationalismus? Der iranische Armeekommandeur Generalmajor Ahmadreza Pourdastan jedenfalls hat gegenüber Journalisten erklärt, dass das Militär der Islamischen Republik bereit sei, mit allen nur erdenklichen Bedrohungen klar zu kommen.

Der iranische Generalstab inspizierte die Wehrfähigkeit seiner Truppen an der Westgrenze zum Irak. Dabei zeigte sich der iranische Armeekommandeur Ahmadreza Pourdastan zufrieden mit seinen Einheiten. Analysten schließen zudem darauf, dass Szenarien durchgespielt wurden, die das vorgehen von Sicherheitskräften gegen die eigene Bevölkerung nicht ausschließen.

Besonders bezeichnend für die Skepsis, die Teheran gegenüber seinen nationalen Minderheiten hegt, ist, dass die Erklärung, die Pourdastan abgab, ausgerechnet auf einer Konferenz in der Ortschaft Saqqez, in der iranischen Provinz Kurdistan, stattfand, nachdem dieser zuvor Armee-Stellungen in der Nähe inspizierte, berichtet die Nachrichtenagentur „Mehr“ am 16. März.

Dabei soll der Kommandeur erklärt haben, dass Iran an eine Vielzahl an Ländern grenze. Dennoch sei die iranische Armee auf eine ganze Bandbreite von Eventualitäten vorbereitet, vor allem in den Provinzen Kurdistan, Kermanschah und Chuzestan.

In den Provinzen Kurdistan und Kermanschah leben vor allem sunnitische Kurden. Teheran fürchtet ein Erwachen des kurdischen Patriotismus, wie im Irak. Auch könnten sich die Kurden ein Vorbild am „sunnitischen Widerstand“ im Irak nehmen, der derweil zwar vom selbst ernannten „Islamischen Staat“ propagiert wird, dennoch im schiitischen Iran populär werden könnte. In der erdölreichen Region von Chuzestan leben wiederum schiitische Araber.

Schließlich fügte Brigadegeneral Kioumars Heidari hinzu, dass verschiedene Einheiten der iranischen Landstreitkräfte und Artillerie ihre Stellungen im Grenzgebiet zum Irak nicht verlassen werden.

Ein Überschwappen islamistisch-sunnitischer Glaubenskämpfer scheint zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht realistisch. „Befreiten“ schiitische Milizen, allen voran die pro-iranische Badr-Organisation, die Region Diyala, eine Grenzregion, die Bagdad mit Iran verbindet, gleich zu Beginn ihres Kampfes gegen den IS. Schiitische Freiwilligenverbände sorgen im Irak zunehmend für Empörung. Unter den Schlachtrufen „Ya Ali“ und „Ya Hussein“ gehen sie mitunter brutal gegen ihre sunnitischen Mitbürger vor. Menschenrechtsorganisationen werfen schiitischen Milizen immer wieder Kriegsverbrechen vor.



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