Deutscher Iran-Export steigt deutlich

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Deutschlands Export in die Islamische Republik stieg letztes Jahr um 30 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro an, erklärte das deutsche Statistikamt am Dienstag. Grund für die Wiederbelebung des Handels ist die Lockerung westlicher Sanktionen, die infolge fruchtender Atomverhandlungen im letzten Jahr vorerst gelockert wurden.

Traditionell ist Deutschland Irans größter Handelspartner in Europa. Die Exportsteigerung im letzten Jahr markiert das stärkste Wachstum des gesamten letzten Jahrzehnts. Allen voran kurbelte der Verkauf von allerlei Maschinen, sowie landwirtschaftlicher und pharmazeutischer Produkte die deutsche Exportwirtschaft an. Welche Unternehmen konkret profitierten, wies das Statistikamt allerdings nicht aus.

Dennoch könnten die Verlierer von damals, also jene Unternehmen wie Siemens, die infolge der seinerzeit verhängten Sanktionen ihr Engagement im Iran reduzieren mussten, heute wieder zu den Profiteuren der iranischen Aufbruchstimmung gehören. Auch Bayer, RWE oder E.ON weisen signifikante Geschäftsinteressen in Persien aus.

Volker Treier von der deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) erläuterte, „zu Beginn des Jahres 2014 wurden einige Sanktionen gelockert.“ Dem Kammervertreter zufolge profitierten auch weitere Sektoren der deutschen Wirtschaft vom Handel mit Iran. So leitete die Entscheidung der Atomgruppe in Genf ein, dass zum Beispiel auch „der Schiffstransport, die Lieferung von Autos sowie Flugzeugteile“ deutlich anzogen.

Sollte Iran in letzter Instanz auch zu einem für alle Seiten zufriedenstellenden Atomdeal kommen, könnte das ein besonders lukratives Zeitfenster für deutsche Unternehmer werden. Teheran wurde lange Zeit politisch motiviert vom Westen, insbesondere den USA unter Rücksichtnahme der strategischen Interessen Israels, unter dem Möglichen gehalten und massiv sanktioniert. Dennoch Beobachter machen in Iran einen hungrigen Konsummarkt aus, der in vielen Schlüsselsektoren nach wie vor Milliarden Gewinne verspreche.

In den nächsten Jahren wäre eine Verdopplung der Exporte möglich. 2005 erreichte des Exportvolumen fast 5 Milliarden Euro“, sagte Treier optimistisch. „Wir wollen binnen kürzester Zeit wieder zurück auf das Niveau kommen.“

Die Vereinigten Staaten, China, Russland, Großbritannien, Frankreich und Deutschland verhandeln mit der Islamischen Republik in Genf darüber, ein für Teheran bindendes Atomabkommen auszuhandeln, wonach sich Iran verpflichtet keine Nuklearwaffen zu entwickeln. Die Islamische Republik selbst dementiert jegliche Intentionen, die das Ziel haben könnten, zur Atommacht aufzusteigen.



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