Nach Russland-Deal: Türkei baut Raketenabwehrsystem mit Frankreich und Italien

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Die Türkei hat ein Abkommen mit den NATO-Staaten Frankreich und Italien zur Entwicklung eines nationalen Raketenabwehrsystems geschlossen. Das teilte der türkische Verteidigungsminister am 14. Juli mit.

Anlässlich des Bastille-Tags sagte Verteidigungsminister Fikri Isik bei einem Besuch in der französischen Botschaft in Ankara, dass türkische Verteidigungsunternehmen mit dem französisch-italienischen Gemeinschaftsunternehmen EUROSAM zusammenarbeiten werden. Das europäische Unternehmen ist auf die Herstellung von maritimen und Luftabwehr-Raketen spezialisiert. Es baut die europäische Flugabwehrrakete Aster.

Die Türkei will mit einem Know-how-Transfer ein eigenes Langstrecken-Luftabwehrsystem bauen. Das System kriegt Ankara aus eigenen Kräften gegenwärtig nicht umgesetzt.

Isik beschrieb den Schritt als eine erste konkrete Entwicklung, die von NATO-Staaten zugunsten der Türkei laufen. Die Kooperation stärkt die türkische Verteidigungsindustrie.

Am vierten Juli machte der türkische Verteidigungsminister publik, dass sich Ankara und Moskau ebenso auf die „technischen Details“ beim Kauf des hochmodernen Raketensystems S-400 einigten.

„Alle technischen Fragen von russischer und türkischer Seite sind geklärt“, sagte Isik im Interview mit dem türkischen Staatsfernsehen TRT. „Jetzt ist Zeit für eine endgültige Entscheidung“.

Am Freitag berichteten russische Medien, dass sich die Türkei inzwischen auf den Kaufpreis einigten. Die Türkei wird 2,5 Milliarden für das Verteidigungssystem bezahlen. Die Lieferung umfasst zwei Batterien und einen Know-How-Transfer, den der Westen Ankara bisher verwehrt hat.

Vergangene Woche teilte der russische Präsidentenberater Wladimir Koschin mit, dass sich beide Staaten auf die Lieferung der S-400 Systeme einigten. Ein Darlehen für die Waffensysteme will Russland der Türkei nicht geben. Für Russland gibt es „keine Hindernisse“ beim Verkauf des Waffensystems an einen NATO-Staat, sagte der Beamte.

Das S-400 System wurde 2007 eingeführt. Das Raketensystem kann drei verschiedene Raketentypen abfeuern zur Zerstörung von Boden- und Luftziele, einschließlich der Zerstörung von ballistischen Raketen und Marschflugkörpern. S.400 ist in der Lage, 300 Ziele auf einmal zu verfolgen.



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