Präsident Erdogan besucht in Griechenland türkische Minderheit

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat am Freitag die türkische Minderheit in Westthrakien bei seinem zweitägigen Staatsbesuch in Griechenland besucht. Erdoğan fordert, dass Athen den griechischen Türken alle Minderheitenrechte gewährt, die bisher verwehrt werden.

Erdoğan reiste mit dem Auto nach Komotini, einer Stadt in der Region Westthrakien, in der eine beträchtliche Anzahl von Einwohnern der muslimischen Minderheit Griechenlands lebt. Zuvor landete der Präsident am Flughafen von Alexandroupoli. In Komotini führte er das Freitagsgebet in der Kir Mahalle Moschee durch.

In der Region Westthrakien in Griechenland lebt die muslimisch-türkische Minderheit mit rund 150.000 Einwohnern.

Während seines Besuchs – der erste Besuch eines türkischen Präsidenten in Griechenland seit 65 Jahren – wird Erdoğan von Vizepremierminister Hakan Çavuşoğlu, Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu, EU-Minister Ömer Çelik, Justizminister Abdulhamit Gül, Innenminister Süleyman Soylu, Generalstabschef Hulusi Akar und Energieminister Berat Albayrak begleitet.

Ebenfalls begleiteten Erdoğan der griechische Außenminister Georgios Katrougalos und der stellvertretende Außenminister Ioannis Amanatidis.

Der türkische Präsident besuchte an Donnerstag die Hauptstadt Athen, wo er mit dem griechischen Präsidenten Prokopis Pavlopoulos und dem Premierminister Alexis Tsipras zusammentraf.

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Die Debatte fand live im Fernsehen statt, als der griechische Präsident Prokopis Pavlopoulos das Thema während seines Empfangs von Präsident Erdoğan eröffnete und dabei auf ein früheres Interview verwies, das sein türkischer Amtskollege den griechischen Medien gegeben hatte. In diesem Interview sprach Erdoğan über eine laufende Debatte in Griechenland hinsichtlich der Behauptung von türkischen Verstößen gegen den Vertrag von Lausanne in Bezug auf die Ägäischen Inseln. Er sagte, dass Lausanne nicht nur die Ägäis, sondern auch die Minderheitenrechte der in Griechenland lebenden muslimischen Türken abdeckt.

Als Pavlopoulos sagte, dass eine Revision des Vertrags von Lausanne nicht in Frage käme, bestand Erdoğan vor der Kamera darauf, dass der Vertrag nicht nur zwischen der Türkei und Griechenland entschieden wurde, sondern elf Länder einbezieht, was geändert werden könnte. Seiner Meinung nach setzen die Griechen den Vertrag nicht vollständig um.

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Der Vertrag von Lausanne, unterzeichnet am 24. Juli 1923, war der Gründungsvertrag der Türkei, gefolgt von der eigenen Erklärung der Republik später im Jahr am 29. Oktober. Die Republik entstand, nachdem ein Unabhängigkeitskrieg gegen die einfallenden griechischen, britischen, französischen, italienischen, armenischen und georgischen Armeen geführt wurde.

In der gemeinsamen Pressekonferenz sagte auch der griechische Premierminister Alexis Tsipras, dass eine Revision des Vertrages nicht in Frage käme. Erdoğan wiederholte die Bemerkungen zu seiner Revision nicht, sondern forderte den griechischen Führer auf, die Minderheitenrechte von etwa 150.000 muslimischen Türken vollständig umzusetzen.

Unvermeidlich fragten ihn Journalisten nach der vollständigen Umsetzung der religiös-minderheitlichen Rechte der in der Türkei lebenden griechisch-orthodoxen Minderheit. Erdoğan widersprach und betonte, dass die griechisch-orthodoxe Minderheit besser behandelt wird.

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