Proteste im Iran: Chaos durch Türken verhindert

0

Die Eskalation der Proteste und ein ernsthafter Aufstand im Iran blieb aus, weil sich die einflussreiche türkisch-aserbaidschanische Minderheit nicht auf die regierungsfeindliche Seite stellte.

Formal war der Grund für die Proteste das ungebremste Wachstum der Verbraucherpreise, aber die wirtschaftlichen Forderungen nahmen plötzlich politischen Charakter an: Menschen, die an der Demonstration am 28. Dezember 2017 teilnahmen, griffen paramilitärische und polizeilichen Einrichtungen an.

Die Situation eskalierte am zweiten Januar, als nach Angaben des iranischen Innenministeriums etwa 42.000 Menschen an den Protesten in den Großstädten des Iran teilnahmen – wie Teheran, Maschhad, Isfahan und Rescht. Sicherheitskräfte nahmen fast 450 Menschen fest.

Analytiker beobachteten laut dem Nachrichtenportal Vestnik Kavkaza genau, wie sich die von ethnischen türkischen Aserbaidschanern bewohnten Provinzen der Islamischen Republik Iran in dieser Situation verhalten würden. Denn hätte sich die türkische Minderheit, die etwas zwischen 35 und 40 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht, hinter die Proteste gestellt, würde die Macht der Regierung in Teheran den Demonstranten nicht standhalten.

Die iranischen Aserbaidschaner trauten den prowestlichen Agitation nicht, da sie erkannten, dass die Demonstranten, von denen die meisten säkulare Nationalisten sind, radikale Türkenfeinde sein werden, wie Vestnik Kavkaza schreibt.

Eine entscheidende Rolle bei der Herstellung des Friedens im Iran spielten außerdem die türkischen Staaten – Türkei und Aserbaidschan – neben den iranischen Aserbaidschanern. Die iranische Führung muss nun auf die Bedürfnisse der Aserbaidschaner zugehen, die trotz allem mehr Respekt für ihre kulturellen Freiheiten fordern.

Iran: Zur Haft verurteilt wegen Foto mit aserbaidschanischer Flagge



Share.

Nehme dazu Stellung!