Rolls-Royce möchte Triebwerk für indigenen türkischen Kampfjet bauen

0

Das europäische Konsortium von Rolls-Royce wird in einer Ausschreibung um den Entwurf, die Entwicklung und die Produktion eines Jet-Triebwerks für ein indigenes Kampfflugzeug der Türkei unter dem Namen TF-X mit einem lokalen Hersteller konkurrieren. Der Kampfjet befindet sich in der Entwicklung.

Türkische Beschaffungsbeamte bestätigten die Teilnahme des britischen Unternehmens an der Ausschreibung, schreibt das Militärfachportal „Defense News“.

Im Oktober 2015 wurde zwischen der Türkei und Rolls-Royce eine Absichtserklärung über den Transfer von technologisches Know-how und eine entsprechende Produktionseinheit unterzeichnet. Im Rahmen des Plans wird Rolls-Royce ein modernes Fertigungs- und Technologiezentrum in der Türkei einrichten.

Ein Jahr später, im Oktober 2016, bot Rolls-Royce der Türkei eine gemeinsame Produktionspartnerschaft an, um geplante türkische Plattformen und potenzielle Verkäufe an Dritte voranzutreiben. Der Vorschlag von Rolls-Royce beinhaltet eine Produktionsstätte in der Türkei zur Herstellung von Triebwerken für den TF-X-Kampfjet sowie für Hubschrauber, Panzer und Flugkörper.

In einem konkurrierenden Angebot reichte der staatlich kontrollierte Motorenhersteller Tusas Engine Industries (TEI) am 15. Dezember sein eigenes Angebot bei der Beschaffungsbehörde des Landes, dem Unterstaatssekretariat für Verteidigungsindustrien (SSM), ein. TEI ist eine Schwesterfirma der Turkish Aerospace Industries oder TAI, dem lokalen Hauptauftragnehmer für das TF-X-Programm.

Die türkischen Beschaffungsbehörden für Verteidigungsgüter haben kürzlich ihre Arbeit bei der Auswahl eines Lieferanten für Triebwerks-Know-how beschleunigt. Die Herstellung des Triebwerks bildet das Rückgrat des TF-X-Flugzeugs.

Rolls Royce soll Fertigungstechnologie-Zentrum in der Türkei errichten

Entscheidung für TF-X-Triebwerk kommt 2018

Militärische Beschaffungsbeamte teilten mit, dass sie ihre Entscheidung über den TF-X-Motor Anfang 2018 fällen wollen. Neben den Bemühungen um die Auswahl eines sofort verfügbaren Triebwerks für den nationalen Kampfflugzeugtyp erhoffen sich die türkischen Behörden langfristig die Entwicklung eines heimischen Triebwerks.

Quellen aus der türkischen Industrie sagten gegenüber „Defense News“, dass die Auswahl des Motors die kritischste Phase im TF-X-Programm ist. „Alle anderen Konstruktionsarbeiten hängen von dem zu wählenden Motor ab“, informierte ein TAI-Beamter.

„Sobald wir uns für den Motor entschieden haben, wird der Rest des Programms automatisch an Tempo gewinnen.“

Rolls-Royce bietet sein EJ200-Triebwerk für den Antrieb des ersten türkischen indigenen Kampfjets an. Produktionsbedingungen, Know-how, Technologietransfer und Exportlizenzen gehören zu den Hauptthemen, die mit Ankara ausgehandelt werden.

Das EJ200 ist ein Gemeinschaftstriebwerk der Hersteller Rolls-Royce, MTU, Avio und ITP. Das Konsortium gründete Ende der 80er Jahre die Eurojet Turbo GmbH.

Rolls-Royce sagt, dass die EJ200-Technologie das Triebwerk kleiner und einfacher in der Auslegung macht als die heutigen Triebwerke einer ähnlichen Schubklasse. Zugleich hat das Triebwerk einen niedrigeren Kraftstoffverbrauch und ein beispielloses Leistungsgewicht. Rolls-Royce hat bisher mehr als 1.100 EJ200-Triebwerke ausgeliefert.

Türkische Rüstungsindustrie plant 373 Patente bis 2021



Share.

Nehme dazu Stellung!