Russlands Geheimnis für Erfolg in Syrien: Söldner-Unternehmen Wagner

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Am Dienstag hat der russische Präsident Wladimir Putin die russische Luftwaffenbasis Khmeimim besucht. Er gab den Abzug der russischen Streitkräfte aus Syrien seit 2015 bekannt. Von dem Abzug sind russische Söldner ausgenommen, die eine bedeute Rolle bei der Unterstützung der syrischen Armee spielen. 

von Eliott Soullie

Während seines Besuchs, bei dem Bashar al-Assad und der einflussreiche Brigadegeneral Suheil al-Hassan anwesend waren, erklärte Putin:

„Ihr kommt mit einem Sieg nach Hause.“

Diese Erklärung war jedoch nur für die russischen Streitkräfte bestimmt, nicht aber für private Militärfirmen wie das Sicherheits- und Militärunternehmen Wagner. Über die Herkunft von Wagner liegt vieles im Dunkeln. Auch ist noch nicht viel über konkrete Einsätze bekannt. Eines ist sicher, offiziell war in der Russischen Föderation die Gründung von privaten Militärdienstleistern verboten.

Kurz vor dem Jahreswechsel 2016/2017 unterschrieb Präsident Putin eine Gesetzesänderung und am 9. Januar 2017 trat das Gesetz Nummer 53 über die Militärdienstpflicht in Russland in Kraft, wie öffentlich zugängliche Quellen erklären. Seit diesem Zeitpunkt gilt jeder Russe, der den Militärgrundwehrdienst absolviert hat oder Reservist ist, als russischer Militärangehöriger, wenn er „internationale terroristische Aktivitäten außerhalb des Territoriums der Russischen Föderation verhindert“. Da fast jeder männliche Russe nach der Schule den Grundwehrtdienst abgeleistet hat, betrifft das Gesetz fast alle. Mit dem Gesetz wird es möglich russische Söldner weltweit einzusetzen und es schafft laut die Voraussetzung, das russische Militär mit privaten Militärunternehmen legal auszubauen.

Während der Krise in der Ostukraine im Jahr 2014 wurden Söldner der Firma Wagner auf der Seite pro-russischer Selbstverteidigungskräfte gesichtet. Wagner spielt auch in Syrien eine wichtige Rolle einerseits durch die Teilnahme am Kampf in strategischen Schlachten wie in Palmyra 2015, in Palmyra 2016 und Deir Ezzor 2017, andererseits durch die Ausbildung kleinerer Kontingente syrischer Spezialeinheiten. Informationen zufolge soll Wagner die regierungsnahe Freiwilligen-Einheit „ISIS Hunters“ trainiert haben.

Dies erklärt die große Betroffenheit, die zum Ausdruck gebracht wurde, als vor einigen Monaten zwei Wagner-Söldner von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ in der Nähe des Dorfes Shulah am Rande der ostsyrischen Stadt DeirEzzor gefangen genommen wurden. „ISIS Hunters“ äußerte über Twitter vor einem Monat die Bereitschaft, dutzende IS-Mitglieder, die in Deir Ezzor gefangen genommen wurden, gegen die beiden russischen Söldner auszutauschen.

Bis zu 2.500 russische Söldner in Syrien

Nach Angaben der Zeitung „Fontanka“ aus Sankt Petersburg waren zwischenzeitlich fast 1.500 Söldner der Firma Wagner gleichzeitig in Syrien präsent. Andere Quellen sprechen von 2.500 Söldner. Für die Söldner gibt es auf Seiten al-Assads eine konstante Nachfrage. Auch auch für die in der Regel gut ausgebildeten ehemaligen russischen Soldaten lohnt sich die Stationierung in Syrien. Bein einem aktiven Kampfeinsatz in Syrien verdienen die Söldner rund 4.300 US-Dollar im Monat, während der Einsatz in einer Basis in Russland mit 1.380 US-Dollar besoldet wird, schreibt The Moscow Times.

Neben Einsätzen in der Ost-Ukraine, Syrien behaupten einige Quellen auch, dass das russische Militärunternehmen in Libyen und sogar im Südsudan präsent ist. Die russische Regierung dementiert die Existenz militärischer Auftragnehmer im Dienste des Kremls.

Die russische Zeitung „Fontaka“ will vor einigen Tagen Details eines Vertrags zwischen der Firma Wagner und der syrischen Regierung veröffentlicht haben. Demnach verpflichtete sich Wagner zum Schutz der Öl- und Gasfelder in Ost-Homs und Deir Ezzor. Die New York Times behaupten unter Berufung eines Militäranalysten, dass die syrische Regierung sehr gewillt wäre, Sicherheits- und Kampfleistungen des russischen Unternehmens gegen Zugang zu den natürliche Ressourcen ihres Landes zu tauschen. Das konnte von Eurasia News nicht unabhängig bestätigt werden. Es ist unklar, wieso ein Söldner-Unternehmen die Förderung von Erdöl und Erdgas beabsichtigen sollte.

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Der Zugriff auf Wagner erlaubte Russland, ohne Befürchtung auf Rückwirkung auf die Stimmung im Inland große Truppen in Syrien zu stationieren. Der Tod von regulären russischen Truppen würde die inländische Zustimmung in Russland negativ beeinflussen.

Damit spielt Wagner eine Schlüsselrolle bei der russischen Militärkampagne in Syrien. Es erlaubt Moskau, seine Streitkräfte zu vervielfachen, indem es faktisch echte Soldaten an die Frontlinie schickt, ohne die Zahl der „offiziellen“ Todesfälle russischer Soldaten in Syrien erwähnen zu müssen. Laut dem Schweizer Tages-Anzeiger schätzen ehemalige Angehörige der Einheit die Zahl der Gefallenen in Syrien auf „mindestens 100“.

Dies erklärt die niedrige Zahl der russischer Todesfälle, die durch das russische Verteidigungsministerium verbreitet wurden, in etwa 41. Darüber hinaus verhindern die zwischen Söldnern und dem Sicherheitsunternehmen geschlossenen Verträge, dass Familienangehörige mit den Medien sprechen.

All das erlaubt es der russischen Regierung, die Unterstützung der Öffentlichkeit im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen aufrechtzuerhalten. Während der Abzug der russischen Streitkräfte begonnen hat, scheint es sicher zu sein, dass Söldner privater Militärfirmen in Syrien bleiben werden, um die syrische Armee, die seit Beginn des Konflikts 2011 über ein Drittel ihrer Kampfkraft verloren hat.

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