Saudi Arabien stellt türkischen Rüstungsunternehmen Milliardenaufträge in Aussicht

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Türkischen Rüstungsunternehmen wurden im Zuge des Besuches des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in Riad mehrere Milliarden US-Dollar schwere Aufträge in Saudi Arabien in Aussicht gestellt, gaben Beschaffungsbeamte für das türkische Militär am 3. Januar bekannt.

Die Offiziellen sagten, dass ein türkischer Hersteller von Panzerfahrzeugen, das staatliche Unternehmen FNSS, unmittelbar davor stehe, einen rund 10 Milliarden US-Dollar schweren Deal für die Auslieferung einer unbestimmten Menge gepanzerter Militärfahrzeuge an Saudi Arabien zu gewinnen.

Vermutlich interessiert sich Riad für das Militärfahrzeug vom Typ Pars 4x4 (Bildquelle: FNSS)

Vermutlich interessiert sich Riad für das Militärfahrzeug vom Typ Pars 4×4 (Bildquelle: FNSS)

Ein namentlich nicht genannter Offizieller informierte, dass noch nicht darüber entschieden sei, ob die gepanzerten Fahrzeuge in der Türkei oder in Saudi Arabien produziert werden.

Zudem sei Saudi Arabien an zwei weiteren in der Türkei entwickelten und hergestellten Rüstungssystemen interessiert: dem Altay-Kampfpanzer der neuesten Generation sowie der TAI Anka-Drohne, welche es schon bald auch in bewaffneter Version geben soll.

Der Altay-Kampfpanzer wurde vom Rüstungskonzern Otokar entwickelt. Die türkische Regierung plant in Kürze eine Ausschreibung für die Serienproduktion des Panzers. TAI Anka wird vom in staatlicher Hand befindlichen Hersteller Tusas für die Turkish Aerospace Industries (TAI) produziert.

Die potenziellen Verträge wurden bereits im Rahmen des Staatsbesuchs des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan beim saudischen König Selman am 31. Dezember diskutiert. Die Türkei betrachtet die saudische Golfmonarchie als wichtigen regionalen Alliierten. Beide Staaten teilen geostrategische Ziele im Nahen Osten. So unterstützen Ankara und Riad diverse sunnitische Rebellen, darunter islamistische Gruppierungen, im Kampf gegen den alawitischen Präsidenten Baschar al-Assad und seine schiitischen Alliierten in Syrien. Saudi Arabien betrachtet die Islamische Republik Iran als geopolitischen Erzrivalen.

Seit mehr als einem Jahr geht die von Saudi Arabien angeführte Koalition militärisch gegen die pro-iranischen Huthis vor, die zuvor die sunnitische Regierung von Präsident al-Hadi im Jemen gestürzt hatten.

Der türkische Präsident bestätigte gegenüber Medien, dass die Türkei und Saudi Arabien bedeutende Schritte zur Kooperation in den Bereichen „Wirtschaft und Rüstungsindustrie“ eingeleitet haben.

 



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