Schiitischer Imam erklärt Regierung von Bahrain den Dschihad

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Die Regierung in Bahrain hat entschieden, auf die Drohungen einer schiitischen Oppositionsgruppe zu reagieren. Diese schwor den bewaffneten Kampf und das „Märtyrertum“ gegen die sunnitische Regierung. Daraufhin suspendierte die Regierung ein Nachrichtenportal, das von der schiitischen Fraktion finanziert wird.

Die kleine Ölmonarchie am Persischen Golf hat den Zugriff auf die Nachrichtenseite Al-Wasat bis auf weiteres blockiert. Zuvor veröffentlichte das Portal eine fragwürdige Videopredigt des schiitischen Klerikers Murtaza Sindi. In dieser rief der schiitische Hardliner zum bewaffneten Aufstand gegen die regierende Monarchenfamilie „Al-Chilafa“ auf. Angesichts der sunnitischen Prägung der Monarchie provoziert der Kleriker konfessionelle Spannungen.

Nach einem Bericht der staatlich geführten Nachrichtenagentur Bahrain (BNA) beschuldigten die lokalen Behörden am Montag die oppositionelle Nachrichtenseite, das Video veröffentlicht zu haben, um den „nationalen Frieden“ zu bedrohen.

Gegenüber seiner Leserschaft präsentiert sich Al-Wasat als vermeintliche „einzige unabhängige Tageszeitung Bahrains“. Kritiker der Zeitung verbinden Al-Wasat mit der schiitisch-geprägten Opposition im Land, die im Zuge gewaltsamer Unruhen 2011 von einer saudischen Intervention niedergeschlagen und marginalisiert wurde.

Die Schließung der Zeitung erfolgt nicht zum ersten Mal. Zuletzt wurde das Blatt im August dichtgemacht.  „Die Zeitung hat wiederholt Material veröffentlicht und ausgestrahlt, das Risse in der Gesellschaft provoziert und einen Geist der Spaltung fördert, der die nationale Einheit und die öffentliche Ordnung schädigt“, verteidigte das Informationsministerium von Bahrain die Entscheidung, Al-Wasat vom Netz zu nehmen.

Das renommierte Nachrichtenportal „Middle East Monitor“ berichtete unter Berufung auf einen Mitarbeiter des Zeitungsblattes, dass zwar die Online-Seite von Al-Wasat nicht mehr zugänglich ist, aber die Print-Version des Blattes weiter verkauft wird. Zugang auf den Online-Auftritt von Al-Wasat aus dem Ausland ist nach wie vor möglich.

Der schiitische Prediger Murtaza Sindi ist in Bahrain für seinen religiös unterfüttertem Kreuzzug gegen die regierende Golfmonarchie bekannt. Mit der Ausrufung eines bewaffneten Kampfes löste der umstrittene Prediger eine Welle der Entrüstung aus.

Sindi sagte, dass seine Organisation, die schiitisch-islamistische Al-Wafa-Partei, „Gerechtigkeit“ in Bahrain sucht. Wenn diese nicht erfolge werde seine Partei das „Märtyrertum“ suchen. Die Bewegung sei bereit, in den Tod zu gehen.

Der Nahost-Analyst Tallha Abdulrazaq erklärte im Gespräch mit Eurasia News:

„Obgleich Sindi ein kleinerer politischer Akteur ist als der Vorsitzende der schiitischen Partei Al-Wefaq Scheich Ali Salman, ist er immernoch ein schiitischer Kleriker mit einer bemerkenswerten Gefolgschaft. Beide Parteien werden von Iran unterstüzt. Seine Rufe nach Rache für sogenannte Märtyrer und für den bewaffneten Krieg gegen den bahrainischen Staat sind nichts weniger als schiitischer Dschihadismus, der sich am Beispiel Irans zu Zeiten der gewaltsamen Revolution 1979 unter Ayatollah Ruhollah Chomeini gegen den Schah orientiert. Die Verbindungen sind für diejenigen klar, die die Entwicklungen im Nahen Osten genau beobachten.“

Anfang der Woche exekutierte Regierung des Golfstaates drei schiitische Männer, denen nachgewiesen werden konnte, dass sie drei Polizisten mit einem Bombenangriff 2014 töteten. Diese Entscheidung löste unter der politisierten Schiiten-Bevölkerung Proteste aus.

Am Dienstag äußerten die USA ihre Besorgnis über die Hinrichtungen. Im gleichen Atemzug beschrieb Washington die Tötung von Polizeibeamten aber auch als „verwerfliche Taten, die es verdienen, verurteilt zu werden“.

Der Pressesprecher des US-amerikanischen Außenministeriums John Kirby sagte:

„Wir sind besorgt, dass die Hinrichtungen zu einem Zeitpunkt erfolgen, während sich die Spannungen im Bahrain verschärfen. Wir halten alle Seiten dazu auf, den Weg der Versöhnung einzuschlagen. Das ist unserer Meinung nach der beste Weg, um jene zu marginalisieren, die Gewalt befürworten und die Region destabilisieren.“

 



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