Balkan: Türkei und Serbien weiten Freihandelsabkommen aus

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Türkei und Serbien haben am Dienstag ein Handelsabkommen im Bereich Landwirtschaftssektor geschlossen. Das ist das erste größere Handelsabkommen seit 2011. Beide Staaten wollen in Kürze das Handelsvolumen von eine Milliarde US-Dollar knacken.

Ahmet Esref Fakibaba, türkischer Minister für Lebensmittel und Landwirtschaft, und Branislaw Nedimovic, Serbiens Landwirtschaftsminister, trafen sich in Belgrad, um Wege zur Stärkung der Importe und Exporte zu finden.

Beim Treffen weiteten beide Seiten ein bestehendes Freihandelsabkommen aus. Der Vertrag zielt darauf ab, den Handel mit Sonnenblumenöl, Früchte und Gemüse zwischen beiden Staaten zu erhöhen. Ziel ist es, den bilateralen Handel auf eine Milliarde US-Dollar zu erhöhen.

Fakibaba sagte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz nach der Unterzeichnungszeremonie, dass Serbien eine entscheidende Rolle für Frieden und Stabilität im Balkan spielt.

„Wir geben der Verbesserung der Beziehungen in allen Bereichen, insbesondere der Wirtschaft, eine große Bedeutung“, sagte der türkische Landwirtschaftsminister.

Er rief türkische Geschäftsleute auf, ihre Investitionen in Serbien zu erhöhen. Laut Fakibaba muss auch Serbien die richtigen Anreize zur Verfügung stellen.

„Serbien ist für uns sehr wichtig. Serbien ist unser Freund. Wir müssen noch etwas mehr Anstrengung geben, um das Handelsvolumen von eine Milliarde US-Dollar zu erreichen. Das ist unser gemeinsames Ziel“, sagte er.

Sollte Belgrad eine „freie Zone“ Ankara offerieren, dann könnte die Türkei über diesen Umweg auch Märkte in Russland und der EU betreten. Interessant ist, Russland erlaubt der Türkei nicht den Tomaten-Export. Auch mit der EU gibt es Begrenzungen für die Türkei. Auf diese Weise könnte die Türkei Restriktionen umgehen. Im Gegenzug könnte die Türkei ihren Binnenmarkt für Serbien öffnen.

Der serbische Minister Nedimovic sagte, dass beide Staaten ihren Fokus auf drei Hauptfragen legten, die Aktualisierung des Freihandelsabkommens, die Ausarbeitung von Quoten für verschiedene Landwirtschaftsprodukte und Investitionen in den Vieh- sowie Obstsektor.

„Natürlich muss das beide Seiten zufrieden stellen. Unser Angebot war der Export von Rindfleisch und Sonnenblumenöl. Auf diese Weise wollen wir unsere Produktion steigern“, kommentierte Nedimovic.

Die serbische Seite betonte, dass sie für türkische Investoren offen ist. Die Kooperation mit der Türkei könnte für Serbien mit Blick auf den Nahen Osten und asiatische Märkte ein Meilenstein darstellen.

Laut Minister Nedimovic wuchs das bilaterale Handelsvolumen im Landwirtschaftssektor zwischen Türkei und Serbien um das Fünffache elf Jahre nach Abschluss des ersten Freihandelsabkommens.

Er ergänzte, dass sich Präsident Recep Tayyip Erdogan und sein serbischer Amtskollege Alexander Vucic gut verstehen. Das machte es einfacher für beide Seiten, miteinander zu arbeiten.

Vor der Unterzeichnung des Freihandelsabkommens nahmen beide Minister am Landwirtschaftsforum Türkei-Serbien teil. Dieser wurde vom türkischen Kreditinstitut Halkbank organisiert.

Gegenwärtig laufen 75 türkische Privatinvestitionen in Serbiens Textil-, Lebensmittel- und Bausektor. Des Investitionsvolumen beträgt 110 Millionen US-Dollar.



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