Um die Süper Lig attraktiver zu machen: Niedrige Steuern locken Fußballstars in die Türkei

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Die Türkei ist finanziell eines der beliebtesten Länder unter Fußballspielern, da der Einkommensteuersatz im Land niedriger ist als in Europa.

Im Dezember verabschiedete das türkische Parlament einen Kodex, wonach Fußballspieler in der türkischen Süper Lig bis zum 31. Dezember 2019 nur noch an 15 Prozent Einkommenssteuer gebunden sind.

„So viele europäische Fußballspieler und Manager bevorzugen die Türkei wegen der niedrigen Steuersätze“, sagte Sebahattin Devecioglu, außerordentlicher Professor an der Fakultät für Sportwissenschaften der türkischen Universität Firat, im Interview mit türkischen Medien.

Ziel der Senkung des Steuersatzes sei es, die Prominenz und Qualität der türkischen Super Lig durch die Gewinnung weiterer europäischer Stars zu steigern.

Besiktas, der amtierende Süper-Lig-Meister, unterzeichnete bereits einen Vertrag mit dem 32-jährigen spanischen Stürmer Alvaro Negredo, der für Real Madrid, Valencia und den englischen Premier-League-Titelanwärter Manchester City gespielt hatte.

Der Club Galatasaray verpflichtete den 32-jährigen französischen Stürmer Bafetimbi Gomis. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere spielte Gomis für die französischen Vereine Olympique Lyon und Olympique Marseille sowie für den englischen Verein Swansea City.

Fenerbahce heißt den 33-jährigen französischen Flügelspieler Mathieu Valbuena willkommen, der ebenfalls für Olympique Marseille und Olympique Lyon gespielt hat.

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Steigerung des Markenwerts

Neben Valbuena verstärkte Fenerbahce seine Offensive mit dem 32-jährigen spanischen Stürmer Roberto Soldado. Er ist ein ehemaliger Spieler des englischen Klubs Tottenham Hotspur und Real Madrid. Er spielte vor Tottenham bei Valencia.

Der französische Linksverteidiger Gael Clichy schloss sich im Juli 2017 dem in Istanbul ansässigen Klub Medipol Basaksehir an. Der 32-jährige Verteidiger spielte zuvor für die englischen Premier-League-Vereine Arsenal und Manchester City.

„Solche Regelungen sind notwendig, um den Sport in der Türkei zu entwickeln und zu unterstützen und den Markenwert der Liga zu steigern“, fügte Devecioglu hinzu.

Spieler in Deutschland, Spanien, Italien und England, wo das Wettbewerbsniveau höher ist als bei der türkischen Süper Lig, zahlen eine höhere Einkommenssteuer als ihre Kollegen in der Türkei.

KPMG Football offenbarte, dass die Ausgaben eines türkischen Klubs für einen Spieler, der netto eine Million Euro pro Jahr verdient, faktisch 1,19 Millionen Euro betragen.

In Deutschland sind es 1,9 Millionen Euro. In Spanien liegen die Kosten fast gleich hoch wie in Deutschland. In Italien hat sich der Wert auf 1,97 Millionen Euro erhöht, in England auf 2,12 Millionen Euro.

In Frankreich stehen die Rekordkosten. In der obersten französischen Liga kostet ein Spieler seinem Verein 2,74 Millionen Euro, wenn dieser jährlich eine Millionen Euro verdient.

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Steuerbetrugsfälle

Devecioglu sprach auch über Steuerbetrugsvorwürfen in Europa, da mehrere Stars wie Barcelona-Stürmer Lionel Messi, Real Madrid-Star Cristiano Ronaldo und Verteidiger Marcelo oder Mittelfeldspieler Luka Modric der Steuerhinterziehung beschuldigt wurden.

„Letztes Jahr wurden Panama-Papers veröffentlicht. Der Stürmer von Barcelona, Lionel Messi, und sein Vater, der sein Agent ist, standen vor Gericht wegen Steuerbetrugsvorwürfen, weil er sein Einkommen in Offshore-Banken steckte!, fügte er hinzu.

Messi wurde für schuldig befunden. Er und sein Vater wurden angeklagt, Spanien mit 4,1 Millionen Euro betrogen zu haben.

Das Gericht in Barcelona hat herausgefunden, dass Messe Steueroasen in Belize und Uruguay genutzt hat.

Messi weist die Steuerhinterziehungsforderungen zurück, während das Gericht eine 21-monatige Freiheitsstrafe verhing. Später tauschte ein Oberster Gerichtshof in Spanien die Gefängnisstrafe gegen eine Geldstrafe aus.

Der türkische Professor sagte, dass unzureichende gesetzliche Regelungen zur Bildung einer informellen Wirtschaft im Fußball geführt haben. „Geldwäsche ist immer noch im Fußball ein Thema und das kann nicht kontrolliert werden.“



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