„Sie arbeiten für USA“ – Assad nennt kurdische YPG-Miliz „Verräter“

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Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat die PKK-nahe syrische Kurden-Miliz YPG am Montag als „Verräter“ beschrieben. Sie werde vom Ausland gelenkt und arbeitet für die USA.

„Wenn wir von denjenigen sprechen, die als Kurden bezeichnet werden, dann sind sie in Wirklichkeit nicht einfach nur Kurden. Alle diejenigen, die für ein fremdes Land arbeiten, vor allem diejenigen unter US-amerikanischem Kommando […] sind Verräter“, entgegnete der syrische Präsident mit scharfen Worten der YPG.

„So sehen wir diese Gruppen, die für die Amerikaner arbeiten“, ergänzte er.

Al-Assad kritisierte die YPG, die sich selbst Volksverteidigungseinheiten nennt, bereits in der Vergangenheit. Die Bemerkungen vom Montag waren im Ton deutlich aggressiver als üblich.

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Die YPG reagierte mit einer Stellungnahme durch ihre Schirmorganisation „Demokratische Kräfte Syriens“, kurz SDF, die von den USA unterstützt wird:

„Dieses Regime ist selbst eine Definition von Verrat, das, wenn die Syrer ihm nicht entgegentreten, zu einer Teilung des Landes führen wird.“

Die YPG-Miliz kontrolliert rund 25 Prozent Syriens. Das kontrollierte Territorium erstreckt sich von Nord- über Ostsyrien. Rund 50 Prozent der fossilen Ressourcen des Landes befinden sich unter der Kontrolle der YPG oder ihrer Schirmorganisation SDF. Die Kurden-Miliz wird umfassend von den USA und anderen westlichen Staaten wie Großbritannien und Frankreich logistisch sowie militärisch versorgt. Die USA unterhalten mindestens acht Militärbasen auf dem Gebiet der YPG.

Trotz zahlreicher Warnungen der Türkei über die Risiken der Zusammenarbeit mit der YPG arbeiten die USA weiterhin mit den Kämpfern des syrischen Flügels der PKK zusammen. Die PKK, die seit über 30 Jahren einen Krieg mit dem türkischen Staat führt, wird von den USA, der Türkei, der EU und anderen Ländern wegen ihrer umstrittenen politischen Ziele und fragwürdigen militärischen Praktiken als terroristische Organisation anerkannt.

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Einige hochrangige Beamte der al-Assad-Regierung buhlten noch vor einigen Wochen um die Gunst der YPG. Sie gingen so weit, dass sie der Miliz eine Autonomiezone anboten, wenn sie sich von den USA distanziert. Die neuesten Aussagen von Assad lassen darauf schließen, dass die Verhandlungen mit der YPG gescheitert sind. Ungeklärt bleibt das operative Verhältnis der Miliz zu Washington.

Die Türkei bereitet seit Monaten eine Offensive gegen die YPG im nordwestlichen Kurden-Kanton Afrin vor. Ankara hofft, dass mit dem Scheitern der Verhandlungen Assad Druck auf Russland ausübt, die am Rande des Afrin-Kantons stationierten russischen Militärpolizisten abzuziehen. Damit würde der Weg für eine türkische Offensive frei werden. Bislang lehnt Russland das ab und setzt auf ein positives Verhältnis zur YPG.

Seit 2011 befindet sich Syrien in einem Bürgerkrieg. Rund 450.000 Menschen wurden getötet und rund die Hälfte der  Bevölkerung befindet sich auf der Flucht.

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