Teheran baut mit Hilfe Russlands Tourismus aus

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Russland und Iran haben eine Vereinbarung unterzeichnet, um eine Fluglinie zwischen den Städten Sari und Astrachan ins Leben zu rufen. Dabei zielen beide Staaten darauf ab, die bilateralen Beziehungen, insbesondere den Tourismussektor, zu stärken.

Laut der offiziellen Nachrichtenagentur des Irans IRNA werde das erste Passiegierflugzeug im Mai 2015 damit beginnen zwischen den beiden Städten, Sari im Süden und Astrachan im Norden des Kaspischen Meeres, zu pendeln. Nachdem die Europäische Union und allen voran die USA der Russischen Föderation im Kampf um Einfluss und Macht die kalte Schulter zeigten, gewinnt dagegen mehr und mehr die unmittelbare Nachbarschaft des Landes, das sich wie kein anderes über die eurasische Landmasse erstreckt, an Bedeutung. Für Länder wie der Iran, die in vielen Fragen wirtschaftlicher Entfaltung noch weit unter dem Möglichen liegen und bislang keine intensive regionale Integration verfolgten, bieten sich in Kooperation mit Russland nunmehr zahlreiche neue Chancen

So gab der am 19. Februar veröffentlichte IRNA-Report über die Bedeutung beider Standorte, Sari und Astrachan, für die kaspische Region Aufschluss, wonach allein 2 000 russische Bürger im vergangenen Jahr in die Hauptstadt der iranischen Provinz Mazandaran reisten, um Urlaub oder Geschäfte zu machen. Erwartungen zufolge werde die Zahl der Reisenden durch die Inbetriebnahme des Direktfluges signifikant weiter steigen sowie den ökonomischen und kulturellen Austausch in der kaspischen Region intensivieren.

Die bilaterale Vereinbarung zwischen den beiden vom Westen sanktionierten Staaten wurde in der russischen Hauptstadt Moskau unterzeichnet. Währenddessen postete der iranische Botschafter zu Russland auf seiner Facebook-Seite am 19. Februar, dass Moskau und Teheran  zum Thema Überbrückung von Problemen im zwischenstaatlichen Tourismussektor konferierten.

Darüber hinaus unterhielt der iranische Botschafter Konsultationen mit der Vereinigung der Reiseveranstalter Russlands (ATOR). Im Gespräch mit Maya Lomidze wurden die touristischen Möglichkeiten beider Länder diskutiert.

Mehdi Sanaei konnte nach seinen Beratungen mit Lomidze in seinem Facebook-Eintrag verkünden: Fünf große Reiseunternehmen mit Sitz in Russland könnten schon bald auf den iranischen Markt expandieren.

Das bilaterale Handelsvolumen zwischen Russland und Iran beläuft sich auf 1,5 Milliarden US-Dollar. Beide Länder haben jedoch angekündigt den wirtschaftlichen Austausch binnen weniger Jahre zu verzehnfachen. Der könnte vor dem Hintergrund eines aggressiv vom Westen betriebenen Sanktionsmarathons infolge der Auseinandersetzung um die Ukraine gar auf einen Betrag von bis zu 70 Milliarden US-Dollar im Jahr klettern.

Teheran verdiente im letzten Jahr mit Angeboten im Tourismussektor, vor allem im medizinischen Bereich und mit Pilgerreisen, rund 1,3 Milliarden US-Dollar.



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