Terrormiliz „Islamischer Staat“ massakriert 100 Turkmenen in Irak

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Die Terrormiliz “Islamischer Staat” hat 100 Turkmenen getötet, die in der irakischen Turkmenen-Stadt Tel Afer westlich von Mossul festgehalten wurden.

Unter den Toten befinden sich zahlreiche Kinder und Frauen. Der IS hielt die Turkmenen für zwei Monate in Tel Afer fest. Sie wurden beim Versuch zu fliehen getötet, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Nineva-Provinzrates der Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag.

Die Turkmenen-Stadt gehört zu den wenigen verbliebenen Hochburgen des IS. Die Gruppe nahm die Stadt im August 2014 ein.

Das Nachrichtenportal Iraqi News berichtet unter Berufung auf eine lokale Quelle, dass ausländische IS-Kämpfer den letzten lokalen Stammesführer hinrichteten.

Das Nachrichtenportal Al-Sumaria schreibte, dass mittlerweile arabische und andere ausländische IS-Kämpfer die Turkmenen-Stadt Tel Afer kontrollieren.

Am Mittwoch äußerte sich das türkische Außenministerium über das Massaker. Pressesprecher Hüseyin Müftüoglu sagte, die Nachricht über die Ermordungen „überkam“ die Türkei.

Außer Beileid-Bekundungen kam allerdings nicht aus Ankara. Das Schicksal der Turkmenen ist der politischen Dynamik des Iraks ausgesetzt. Die turkmenische Minderheit, die rund sieben Prozent der irakischen Bevölkerung stellt, gilt als politisch und militärisch unterrepräsentiert. Auch die Türkei setzt sich gegenwärtig nur unzureichend für die prekäre Lage der Turkmenen ein, vor allem in Tel Afer.

Die sunnitische Stadt, in die sich der IS eingenistet hat, ist von pro-iranischen Schiitenmilizen der Haschd Schaabi eingekesselt.

Tel Afer muss für die Türkei deshalb wichtig sein, da die Turkmenen-Stadt und die turkmenischen Dörfer, die in das strategische wichtige Sindschar-Gebirge führen, eine perfekte geostrategische Achse darstellt. Nur 15 Kilometer nordöstlich von Mossul unterhält Ankara eine Militärbasis. Im Sindschar-Gebiet kann sich allerdings die terroristische kurdische PKK-Organisation frei bewegen. Von dort aus kann sie nicht nur problemlos in die Türkei einsickern, sondern auch ihren Ableger YPG in Syrien unterstützen.



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