Trump greift mit Saudis Katar an: Riad ist selbst Terrorunterstützer

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US Präsident Donald Trump hat erklärt, dass sich seine Initiative „auszahlen“ würde, arabische Nationen dazu zu bewegen, Terrorismus zu bekämpfen. Seit Tagen greifen Saudi-Arabien und verbündete Golfstaaten den türkischen Verbündeten Katar aggressiv an. Dabei scheint es eher wie eine falsche und interessensgetriebene pro-saudische Hexenjagd als ein ehrlicher Kampf gegen Terrorismus und dessen Finanzierer.

„Es ist gut zu sehen, dass sich der Saudi-Arabien-Besuch mit dem König und 50 anderen Staaten auszahlt“, schrieb Trump in einem Post auf dem Micro-Bloggingdienst Twitter.

„Sie sagten, sie werden eine harte Kante gegen die Finanzierung von Extremismus fahren und alle Hinweise deuteten auf Katar. Vielleicht ist das der Beginn vom Ende des Horrors um Terrorismus“, ergänzte der umstrittene US-Präsident.

Bei Gesprächen mit arabischen Golfstaaten unterhielt sich Trump vor rund einem Monat über die Bekämpfung der „Finanzierung von radikalen Ideologien“. Dabei zeigten alle Führer auf Katar, behauptete Trump kurzerhand.

Katar kritisierte die Entscheidung von Saudi-Arabien, Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain am Montag, die diplomatischen Beziehungen mit Doha einzustellen.

„Die Maßnahmen sind nicht gerechtfertigt und basieren auf Anschuldigungen, die jeglicher Basis entbehren“, erklärte das katarische Außenministerium.

Qatar beteuert, dass die aggressive Entscheidung der Nachbarschaft „das normale Leben von Bürgern nicht beeinflussen wird“.

Dabei bleibt völlig unberücksichtigt, dass eben jene Staaten, die Katar heute mit aller Macht versuchen zu isolieren, selbst eine fragwürdige Politik im Ausland verfolgen. Während Saudi-Arabien Frauen im eigenen Land kaum elementare Grundrechte einräumt, exportiert es eine radikale Form des Islams ins Ausland. Der Wahhabismus, der von einem saudischen Gelehrten abgeleitet wurde, gilt in Sicherheitskreisen als Durchlauferhitzer für Dschihadisten.

Davon abgesehen unterstützten Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate 2013 den Sturz des ersten demokratisch gewählten Präsidenten Ägyptens. Muhammed Mursi wurde wegen seiner politischen Ansichten, die an die Muslimbruderschaft anlehnten, mit Petro-Dollar aus dem Golfraum über einen Militärputsch eingekerkert. Die Golfstaaten haben ein Problem mit der Muslimbruderschaft primär deshalb, weil diese die Monarchie als politische Herrschaftsform grundsätzlich ablehnt. Riad und Abu Dhabi führen, anders als im Westen gerne angenommen, ihre Fehde mit der Muslimbruderschaft in erster Linie aus Gründen des Machterhalts. Die Frage des Extremismus stellt sich nicht, da die Ideologie des Wahhabismus und Salafismus, die im Golfraum praktiziert wird, nicht selten gar radikaler ist.

Gemeinsam mit dem neuen starken Mann General Abdulfattah el-Sisi in Kairo intervenieren die Vereinigten Arabischen Emirate in Libyen seit 2014. Dort kooperieren sie mit dem umstrittenen General Chalifa Haftar in Tobruk, der die UN-gedeckte offizielle Regierung in Tripolis mit endlosen Kämpfen überzieht. Anfang des Jahres entriss Haftar der Einheitsregierung den Erdöl-Halbmond Ras Lanuf und Sidra.

Nicht genug. Die USA kooperieren mit Saudi Arabien auch in Jemen, das unter der Kriegsbelastung inzwischen zu kollabieren scheint. Dort plant die Allianz Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate in den nächsten Monaten, eine Offensive auf al-Hudaydah in Jemen zu starten. Das wird fatale Folgen für die Zivilbevölkerung in Sanaa haben, wenn die Hafenstadt von pro-saudischen Truppen eingenommen wird. Die Hauptstadt Sanaa wird von den zaiditischen Huthis gehalten, die konventionell nicht besiegt werden konnten. Jetzt soll ihnen der Zugang zur Versorgung abgeschlossen werden.

In Syrien unterstützt Saudi-Arabien nicht nur Rebellen, sondern auch zahlreiche solcher mit islamistischer Gesinnung. Medienberichte zeugen davon, dass wohlhabende Saudis auch Geld an al-Qaida-nahe Gruppen oder die Terrormiliz ISIS fließen ließen.

Wenn sich Trump auf die Seite von Riad und dessen Verbündeten stellt, steht die Frage offen, weiß der Präsident nicht, dass die US-Rüstungsindustrie jährlich Waffen im Milliardenwert an Doha verkauft? Hinzu kommt, dass die USA ihre größte Militärbasis im Nahen Osten in Katar aufgestellt haben. Bedeutet das im Umkehrschluss, dass Washington bis heute den internationalen Terrorismus unterstützt hat?

Wer auf die Terrorfinanzierung Katars hinweist, der darf für die Verbrechen jener kein blindes Auge haben, die das Recht für den Angriff für sich beanspruchen.



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