Militärkonvoi: Türkei möchte Assad und Iran in Nordsyrien stoppen

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Die Türkei versucht seit Tagen, militärische Stellungen in Syriens Südaleppo-Provinz zu etablieren, um den militärischen Vormarsch der syrischen Armee zu stoppen. Der Militärkonvoi wurde militärisch angegriffen und gestoppt. Das US-amerikanische Institute for the study of war vermutet Iran und Damaskus dahinter. 

von Elizabeth Teoman und Jennifer Cafarella

Die syrische Armee und der Iran griffen türkische Streitkräfte an, die in Syrien mit offensichtlicher russischer Erlaubnis, eine Blockadeposition in der Nähe einer kritischen Frontlinie südlich von Aleppo Stadt einrichten wollten. Ziel der Türkei war es, Assad und den Iran davon abzuhalten, kurdischen Kräften militärische Unterstützung zu gewähren, die Afrin gegen eine türkische Offensive verteidigen. Die türkischen Streitkräfte haben ihr Ziel verfehlt, nachdem sie unter Beschuss geraten waren, und es ist unklar, ob sie ihren Vormarsch fortsetzen werden. Iran und Assad agieren als Spoiler, um zu demonstrieren, dass Russland sie nicht vollständig kontrollieren kann, behauptet das US-Militärinstitut.

Die Kräfte Assads griffen einen türkischen Konvoi an, der am 29. Januar von der Türkei aus nach Syrien entsandt wurde. Die türkischen Streitkräfte (TSK) setzten am 29. Januar einen Konvoi von bis zu 100 gepanzerten Fahrzeugen mit Luftunterstützung durch türkische F-16-Kampfflugzeuge ein, um eine Sperrstellung in der Nähe einer wichtigen Frontlinie zwischen Rebellen/ HTS und pro-Assad-Kämpfern südlich von Aleppo Stadt einzurichten. Die türkischen Streitkräfte erkundeten bereits am 24. Januar ein Gebiet in der Nähe des Frontline-Dorfes al Eis. Die Türkei koordinierte ihren Einsatz mit der islamistischen Miliz Hay’at Tahrir al-Sham (HTS). Unbekannte Regierungskräfte griffen den türkischen Konvoi mit Artilleriefeuer an, als er durch Opposition und HTS gehaltenes Terrain fuhr, was den Konvoi zwang, kurz vor seinem Ziel anzuhalten. Der Konvoi zog in Richtung West-Aleppo ab. Die Etablierung einer türkischen Position in der Nähe von al Eis würde der Türkei eine Hebelwirkung über Iran und Assad verschaffen, indem sie eine zukünftige Offensive blockiert, um eine Belagerung von zwei schiitischen Städten, Fu’a und Kafraya nördlich von Idlib Stadt, aufzuheben. Die Befreiung dieser Städte ist eine Priorität für Iran und Assad in Syrien.

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Die Türkei will Assad und den Iran auch davon abhalten, die PKK-nahen syrisch-kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) in Afrin zu unterstützen. Die türkischen Streitkräfte und die von der Türkei unterstützten Oppositionskräfte haben langsame, aber stetige Fortschritte an mehreren Fronten entlang der syrisch-türkischen Grenze gemacht, und zwar inmitten des erbitterten Widerstands der YPG und der widrigen Wetterbedingungen. Assad hat es YPG und verbündeten Gruppen erlaubt, Verstärkungen nach Afrin durch Regierungsgebiet zu schicken. Assad und der Iran könnten der YPG fortschrittliche Waffensysteme zur Verfügung stellen. Zuletzt wurden verstärkt iranische Toophan Panzerabwehrlenkwaffen in den Händen der kurdischen YPG gesichtet. Die Türkei ist bestrebt, Assad und den Iran zu marginalisieren, um zu verhindern, dass ihre Intervention in Afrin in einen groß angelegten Konflikt mit Regierungskräften in naher Zukunft eskaliert. Die YPG rief am 24. Januar zu einer militärischen Intervention des der syrischen Armee in Afrin auf, nachdem sie zunächst einen russischen Vorschlag für die Übergabe Afrins an die syrische Armee abgelehnt hatte, um die Intervention der Türkei zu vermeiden. Die Forderung der YPG nach direkter Unterstützung der syrischen Armee dürfte den Anstoß für den Einsatz der Türkei in Aleppo gegeben haben.

Russland beabsichtigte, den türkischen Einsatz zuzulassen, konnte aber die syrischen Regierungskräfte wegen Iran nicht komplett kontrollieren. Die Beteiligung der türkischen Luftwaffe deutet darauf hin, dass Russland die Operation zugelassen hat. Russland hat im Übrigen davon abgesehen, den Einsatz zu verurteilen. Mit dem Einsatz der Türkei südlich von Aleppo erfüllt die Türkei den Wunsch Russlands, zusätzliche „Beobachtungspunkte“ entlang der Frontlinien im Nordwesten Syriens einzurichten. Der russische Außenminister Sergej Lawrow bekräftigte den Wunsch Russlands, dass die Türkei am 15. Januar zusätzliche „Beobachter“ in der Nähe der Provinz Idlib entsenden möge. Russland hat den Angriff auf den türkischen Konvoi am 29. Januar höchstwahrscheinlich nicht gutgeheißen, urteilt das Militärinstitut. Iran und Assad sind gegen den Einsatz türkischer Streitkräfte in Syrien, was die unterschiedlichen Prioritäten der Koalition hinter Präsident Baschar al-Assad widerspiegelt. Iran und Assad sind bestrebt, Russlands Kooperation mit der Türkei in Nordsyrien Steine in den Weg zu stellen.

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