„Es wird Türkisch gelernt“ – Türkei baut nordsyrische Stadt Dscharablus wieder auf

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Ein Jahr nach der Befreiung von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ wird die nordsyrische Stadt Dscharabulus wieder aufgebaut – zum über großen Teil dank der Hilfe aus der Türkei. 

Der Wiederaufbau von Dscharabulus hat begonnen, berichtet das Nachrichtenportal Zaman al-Wasl unter Berufung auf eine Dokumentation von FRANCE 24. Mehrfamilienhäuser entstehen, die Infrastruktur wird wiederhergestellt und der Einfluss Ankaras ist überall spürbar. Sogar die Feuerwehrautos tragen die Aufschrift „Geschenke aus der Türkei an die Brüder Syriens“.

Wochen nach der Befreiung der Stadt durch die türkischen Streitkräfte im August 2016 begann die Türkei, Stromleitungen nach Dscharablus zu verlegen. Nun wurde das von der Armee eingerichtete Notfall-Krankenhaus durch eine permanente Struktur ersetzt, die von der türkischen Regierung finanziert wird. Dort werden Patienten mit Porträts von Präsident Recep Tayyip Erdogan begrüßt, der in Nordsyrien als Held gefeiert wird.

„Er hat mehr für Syrien getan als jeder andere. Was haben die arabischen Länder für uns getan? Nichts“, sagte Cuma Muslim, ein Einwohner der syrischen Grenzstadt.

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Schulen unterrichten Türkisch

Die Kinder sind wieder in die Schule zurückgekehrt, aber der Lehrplan hat sich geändert. Traditionell wurde Französisch an den Schulen in Jarabulus unterrichtet. Jetzt lernen die Schüler Türkisch.

„Im Gegensatz zum Rest Syriens gibt es in Dscharabulus keinen Französischunterricht mehr. Die Türkei ist ein freundliches Land, deshalb ist es sinnvoll, dass die Kinder diese Sprache lernen“, sagte der türkische Sprachlehrer Abdurahman Hadschali gegenüber FRANCE 24.

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Der Bürgermeister von Jarabulus, selbst turkmenischer Abstammung, eine türkische Minderheit im arabischen Land, schätzt die Hilfe aus Ankara. Er kommentierte:

„Ich hoffe, die Türken gehen nie weg. Zumindest hoffe ich, dass sie noch etwas länger bleiben. Sonst wird alles kompliziert.“

Die türkische Post hat bereits eine Filiale in Dscharabulus eröffnet. Es gibt noch keine Dienstleistungen, aber der Geldautomat ist in Betrieb.

Vor der Besatzung durch die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ lebten in Dscharabulus rund 30.000 Menschen. Die Bevölkerung hat sich in den letzten drei Jahren halbiert, aber viele sind seit der Befreiung der Stadt wieder zurückgekehrt.



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