Türkei, Georgien und Aserbaidschan: Eine neue Militärallianz im Kaukasus?

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Ankara veranstaltet immer regelmäßiger Militärübungen mit seinen östlichen Nachbarn Georgien und Aserbaidschan. Kann daraus ein politischer oder militärischer Block erwachsen? Vieles ist vom Verhalten Ankaras abhängig.

Das zehntägige Militärmanöver der Türkei, Georgien und Aserbaidschan unter dem Namen „Kaukasus Adler“ mit der Beteiligung von Spezialeinheiten ist am 14. Juni zu Ende gegangen. Der Verteidigungsminister von Aserbaidschan sagte, dass die Übungen im September für Computer-gestütztes Personal fortgeführt werden.

Das Militärkommando der drei Staaten Türkei, Georgien und Aserbaidschan steht regelmäßig in Kontakt miteinander. Trotz der positiven Aspekte der Kooperation der drei Staaten sind die Chancen auf einen echten regionalen Politik- oder Militärblock minimal.

Die ideologische Basis der dreier Union ist die These „auch mit unseren Differenzen müssen wir vereint sein“. Die außenpolitischen Ausrichtungen Aserbaidschans, Georgiens und der Türkei sind bisher zu divergierend. Die Gemeinsamkeiten reichen für einen permanenten Militärblock nicht aus.

Es ist nicht einfach, die Euro-Transatlantiker in Georgien, die Neutralität Aserbaidschan und den Expansionismus nachhaltig an einen Tisch zu bringen Das gemeinsame Interesse zum Aufbau eines gemeinsamen Energiesektors wiegt nicht genug, um die Außenpolitik der Länder zu homogenisieren.

Entscheidend im Kaukasus ist die Position der Türkei im Karabach-Konflikt. Ist Ankara wirklich bereit im Falle einer militärischen Eskalation, Aserbaidschan gegen Armenien zu unterstützen, das mit Russland verbündet ist?

Auf der anderen Seite unterhalten Georgien und Armenien enge Wirtschaftsbeziehungen. Es gibt keinen Zweifel daran. Georgien wird seine Beziehungen zu Jerewan nicht aufgeben für eine Integration in den türkischen Block mit Ankara und Baku.

Eine effektive Unterstützung Bakus würde auch die Positionierung des energiereichen Aserbaidschans beeinflussen. Die Türkei allerdings normalisiert ihre Beziehungen mit der Türkei seit über einem Jahr, nachdem sich das Verhältnis in der Syrien-Krise eintrübte. Eine neue Eskalation ist vorerst nicht zu erwarten.

Die Außen- und Verteidigungsminister der drei Staaten südlich von Russland lehnen eine Militärallianz zugleich auch nicht ab. Das Schlüsselargument bleibtdie Stärkung der Kooperation bei der Entwicklung von Energie- und Transportrouten.

Der Analyst Mesut Özcan vom Zentrum für Strategische Forschung, das vom türkischen Außenministerium unterstützt wird, erklärte, dass der Kurs der dreier Union von der größten Ökonomie und Militärmacht im Verbund abhängig ist. Die Türkei ist der Dreh- und Angelpunkt neuer Initiativen.

Das Land allerdings ist gegenwärtig im großen Ausmaß in Syrien investiert und fechtet einen diplomatischen Disput mit der Europäischen Union aus. Hinzu kommt, wie bereits erwähnt, dass Ankara seine Beziehungen mit Moskau ausbaut, während Georgien und Aserbaidschan aus jeweils eigenen Gründen ein angespanntes Verhältnis mit Russland haben.



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