Türkei: Griechenland muss Benachteiligung türkischer Minderheit beenden

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Das türkische Außenministerium hat am 18. Mai an die Adresse von Athen betont, dass es die türkische Minderheit nicht mehr diskriminieren solle. Griechenland habe der türkischen Minderheit die Anwendung von Regulierungen sicherzustellen, „die es ihnen ermöglichen, ihre Grundrechte und Freiheiten auszuleben“.

Der Außenministeriumssprecher Tanju Bilgiç sagte, die gegenwärtige Situation der türkischen Minderheit in West-Thrakien befinde sich „an einem entfernten Punkt“ von jenem optimistischen Ausblick, wie er von griechischen Behörden in Erklärungen wiedergegeben wird.

Vergangene Woche berichtete die griechische Tageszeitung „Ekathimerini“, dass Athen Anfang dieses Monats eine Konferenz in einer türkischen Universität über „die türkische Identität von Muslimen in West-Thrakien“ kritisiert habe. Die Tageszeitung schrieb, Athen betrachtete das Treffen als „Spannung und Unsicherheit“ unter griechischen Muslimen provozierend.

„Griechenland verfolgt eine Politik der Gleichheit, die für alle griechischen Bürger zutrifft, unabhängig von ihrer religiösen Identität. Es sichert allen Wohlstand, Würde und Rechte zu“, wurde der griechische Außenministeriumssprecher Efstratios Efthymiou in einem Bericht am 13. Mai von der Zeitung Ekathimerini zitiert.

Den griechischen Aussagen erwiderte der türkische Offizielle Bilgiç, Athen müsse den Worten auch Taten folgen lassen. Griechenland müsse die „Identität der ethnischen Minderheit respektieren“. Zudem müsse Athen die jüngsten Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte umsetzen und das Verbot von Vereinen sowie lokalen Organisationen mit dem Wort „Türkisch“ in ihrem Namen aufheben. Er betonte, Griechenland habe ein Urteil des EGMR nicht umgesetzt, obwohl seit diesem mehr als acht Jahre vergangen sind.

Griechenland erkennt seine Minderheit in West-Thrakien lediglich als eine religiöse an, also Muslime, aber ignoriert den Umstand, dass es sich dabei auch um ethnische Türken handele, kritisierte Bilgic. Der türkische Offizielle forderte, dass Athen demokratischen und europäischen Standards Folge leisten müsse. Er sagte:

„Gebt den Forderungen nach Minderheitenschulen nach! Anerkennt religiöse Autoritäten, die von der Minderheit bestimmt wurden!“

Außerdem wünschen sich ethnische Türken mit Wurzeln in Griechenland, dass ihnen nach Jahren der Marginalisierung die Staatsbürgerschaft wieder zuerkannt werde. Türken in Griechenland wurde nach Inkrafttreten des 1955 beschlossenen Bürgergesetzes gemäß dessen Artikel 19 die Staatsbürgerschaft von Athen aberkannt.

Aus dem Artikel geht hervor, dass „Griechenland verlassenden Menschen mit nicht-griechischem ethnischen Hintergrund die griechische Staatsbürgerschaft aberkannt werden kann“. Das Gesetz wurde 1998 abgeschafft. Daraufhin versprach die griechische Regierung, allen Staatenlosen die Staatsbürgerschaft wiederzugeben. Dieser Prozess stehe laut Ankara allerdings noch aus.

Bilgic betonte abschließend, dass die Umsetzung der Regulierungen, die fundamentale Rechte und Freiheiten für die türkische Minderheit garantieren würden, einen „positiven Einfluss auf die bilateralen Beziehungen“ zwischen der Türkei und Griechenland haben würde.

In Griechenland leben zwischen 200 000 und 500 000 Muslime. Die Mehrheit der Muslime stellen ethnische Türken dar.



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3 Kommentare

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  2. Thrakien ist vor dem Hintergrund der Geschichte, in denen die Osmanen eine bedeutsame Rolle spielten und deren Rechtsnachfolge die direkt benachbarte Turkei angetreten ist, eine sensible, historische Region….in der Griechen, Thraker und Römer schon zu Zeiten des Apostel Paulus friedlich zusammenlebten. In zugrundeliegenden Verträgen/Vereinbarungen zu Thrakien ist nur von „Muslimen“ , nicht von Turken, die Rede. Und es war klar, das der „große“ Rechtsnachfolger seinen Einfluss geltend macht und in einem größeren Kontext manchmal agressiv anmutende Stärke zeigt bzw Stärke zeigen will. Gleichberechtigung schön und gut, aber das Bild der 5. Kolonne Ankaras ist in Griechenland wohl nicht zu Unrecht präsent, auch ist die Anschauung der Muslime und Pomaken in Thrakien verschieden zu der türkischen Anschauung. Was Herkunft und auch reales Leben anbetrifft zwischen Grenzen, die mit genug Blut gezogen worden sind.

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