Analyst über Afrin-Operation: Türkei baut Kontakte zu Arabern und Kurden auf

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Ankara bereitet sich auf eine Militäroperation gegen die Bedrohung durch einen Terrorkorridor an der syrischen Grenze vor. Die Regierung entsendet Militärkonvois in südliche Städte und beschießt mit Artillerie bereits seit Tagen YPG-Ziele im Kurden-Kanton Afrin. Dabei könnten Kontakte des Geheimdienstes zu arabischen und oppositionellen kurdischen Elementen entscheidend für den Erfolg der Operation sein. 

Im Rahmen der Vorbereitungen für eine neue Operation zur Verhinderung der Bildung eines Terrorkorridors durch den syrischen Ableger der PKK-Terroristengruppe, die ihren Sitz im Afrin-Gebiet der Aleppo-Provinz im Nordwesten Syriens hat, werden zahlreiche Militärkonvois an die syrische Grenze entsandt. Sicherheitsquellen, die unter der Bedingung der Anonymität aufgrund von Einschränkungen bei der Kommunikation mit den Medien sprachen, sagten, dass die Konvois schwerer Waffen, darunter mehrere Panzer, an die syrische Grenze in der südliche türkische Provinz Hatay sowie an Sicherheitsposten in der syrischen Provinz Idlib geschickt wurden, die Ende 2017 als Teil eines Deeskalationsabkommens mit Russland und Iran eingerichtet wurden.

Am Samstag begannen die türkischen Sicherheitskräfte mehrere YPG-Ziele im Afrin-Distrikt der syrischen Provinz Aleppo zu beschießen, der von der PKK-nahen YPG-Miliz kontrolliert wird. Nach Informationen, die von der staatlich-türkischen Nachrichtenagentur Anadolu in Idlib gesammelt wurden, trafen türkische Artillerieeinheiten YPG-Truppen von den Bezirken Reyhanlı und Kırıkhan der südlichen Provinz Hatay in der Türkei und einem Beobachtungspunkt der türkischen Streitkräfte (TSK) in Idlib aus. Die TSK feuerte mindestens 36 Mal während der Artilleriebombardierung auf Afrins Bosoufane, Cindirese, Deir Bellout und Rajo Distrikte.

Präsident Recep Tayyip Erdoğan signalisierte eine Militäroperation auf YPG-kontrollierte Gebiete in Syrien und sagte am Sonntag, dass die Operation „Euphratschild“ in den kommenden Tagen mit einer Afrin-Operation fortgesetzt wird.

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Auf dem Provinzkongress der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AK-Partei) in der Zentralprovinz Tokat sagte der türkische Präsident, dass die Türkei entschlossen ist, gegen die YPG über ihre Grenzen hinweg und innerhalb des Landes zu kämpfen.

Can Acun, ein Nahost-Experte der staatlichen Stiftung für politische, wirtschaftliche und soziale Forschung (SETA), betonte, dass das zunehmende militärische Aufbäumen entlang der Grenze nahe der Afrin-Region eine bevorstehende Offensive gegen das von der YPG kontrollierte Gebiet signalisiert.

Unter Hinweis auf die Erklärungen von Präsident Erdoğan am Wochenende argumentierte der SETA-Experte auch, dass die türkischen Streitkräfte Kontakte innerhalb kurdischer und arabischer Gruppen in Afrin aufbauen könnten, mit denen sie während einer möglichen Operation zusammenarbeiten könnten. Es bleibt zu erwähnen, dass der ehemalige Pressesprecher der YPG-Schirmorganisation „Demokratische Kräfte Syriens“, Talal Sillo, vor wenigen Wochen in die Türkei floh.

Die Türkei startete die Operation Euphratschild am 24. August letzten Jahres mit Elementen der Freien Syrischen Armee (FSA) und anderen Rebellen, um ihre Grenze von terroristischen Elementen zu säubern.

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Die Operation erreichte ihr Ziel, den „Islamischen Staat“ zu vertreiben, und es gelang ihr, die YPG zu zwingen, sich östlich des Euphrat-Flusses zurückzuziehen, mit Ausnahme von Afrin und der Region Manbidsch.

Seitdem gibt Ankara Signale für eine mögliche Militäroffensive auf Afrin und verfügt über eine große Anzahl von Militäreinheiten, die in der Nähe von Idlib stationiert sind, um die Stadt fest im Griff zu behalten.

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Nach Informationen, die die Nachrichtenagentur Anadolu aus lokalen Quellen erhalten hat, haben sich die YPG-Kämpfer in Nordsyrien angeblich darauf eingestellt, eine reguläre Armee namens „Armee des Nordens“ mit US-Unterstützung aufzubauen. Die Quellen besagen, dass das US-Militär die Ausbildung von 400 YPG-Mitgliedern abgeschlossen hat, nachdem der Kommandant des U.S. Central Command (CENTCOM), General Joseph Votel, am 22. Dezember 2017 angekündigt hatte, dass er Grenzschutztruppen bilden wird.

Präsident Erdoğan sprach auch über die anstehende türkische Operation am Samstag und kommentierte über die US-amerikanischen State-Building-Aktivitäten:

„Wir zerstören den westlichen Flügel dieses Korridors mit der Idlib-Operation“.

Erdoğan sagte, dass die Türkei eingreifen wird, wenn sich die YPG nicht ergibt. Er drückte weiter aus, dass das Land allein handeln wird, um seine Sicherheit gegen die YPG zu schützen, selbst wenn die USA ihre Partnerschaft mit der Gruppe fortsetzen.

Die PKK wird von der Türkei wegen ihrer politischen Ziele und fragwürdiger militärischer Praktiken wie schwere Bombenanschläge als terroristische Vereinigung gelistet. Die YPG gilt in der Türkei als Ableger der PKK in Syrien. Die Unterstützung der YPG durch die USA ist zu einem starken Faktor für die Verschlechterung der Beziehungen zwischen den beiden NATO-Verbündeten geworden und hat die Beziehungen in den letzten Jahren auf historische Tiefstände gebracht.

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