Türkei setzt sich durch: Baut erste Schule in Georgien

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Die Türkei hat am 19. September ihre erste staatliche Schule in Georgien errichtet. Sie wurde in der Hafenstadt Batumi gebaut. In Georgien lebt eine große türkische Minderheit. Tiflis gab Ankara keine Bauerlaubnis.

Georgiens Bildungsminister Alexander Jejelawa sagte, sein Büro und die türkische Botschaft in Tiflis hatten Konsultationen über die Eröffnung der Schule. Beide Seiten einigten sich, dass die Schule im Rahmen des georgischen Rechts legalisiert wird. Er bemerkte allerdings, dass die Schule ohne Bauerlaubnis errichtet wurde, was einem Rechtsbruch gleich käme.

Jejelawa drückte außerdem seine Unzufriedenheit aus, dass die Führung der Schule entschied, keine Beamte des Bildungsministeriums zur Eröffnungszeremonie einzuladen.

„Aber ich bin mir sicher, dass wir am Ende diese Schwierigkeit überstehen werden und wir eine gute Bildungsinstitution in Georgien haben werden“, zitierte das Nachrichtenportal Georgia Today Jejelawa.

Die Region um Batumi gilt als eine Autonome Republik Georgiens, begrenzt von der Türkei im Süden und dem Schwarzen Meer im Westen.

Ethnologisch gelten die sogenannten Adscharen als muslimische (sunnitische) Georgier, da die Religionszugehörigkeit von nationalen Behörden statistisch nicht im ethnischen Sinn erfasst wird.

Zu Sowjetzeiten waren 150.000 (etwa 38 Prozent) der damals 393.000 Einwohner der Republik muslimische Adscharen, inzwischen ist der Anteil der Muslime (einschließlich Türken, Lasen, Abchasen usw.) auf 30 Prozent gefallen. Andere Quellen gehen jedoch von noch immer etwa 50 Prozent Muslimen aus.

Anbei ein Video aus dem türkischen Viertel von Batumi:

Rund 13 Prozent der Gesamtbevölkerung Georgiens ist muslimisch geprägt. Die muslimische Minderheit in Georgien fühlt sich allerdings von der georgischen Regierung in Tiflis diskriminiert und tiefgreifend ausgegrenzt. Immer wieder verbiete Tiflis die sprachliche Autonomie, den Bau von religiösen Institutionen oder die Rückkehr der zu Sowjetzeiten vertriebenen Ahiska Türken in ihre Heimatregionen. Es existieren unter der muslimischen Minderheit einflussreiche Fürsprecher für ein stärkeres Engagement der Türkei gegenüber Repressalien aus Tiflis.



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