Türkei testet erfolgreich Mittelstrecken-Luftabwehrsystem Hisar-O

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Die türkischen Rüstungsschmieden Roketsan und Aselsan haben das Mittelstrecken-Luftabwehrsystem Hisar-O in Gegenwart des Verteidigungsministers „zu hundert Prozent erfolgreich“ getestet. Die Notwendigkeit nach einem Luftabwehr-Systems ist mit Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges 2011 für die Türkei gestiegen.

Dem Systemtest wohnten der türkische Verteidigungsminister Fikri Isik, Unterstaatssekretär für Rüstungsindustrie Ismail Demir und Ingenieure bei, die am Projekt mitwirken. Sie beobachteten den Abschuss der Mittelstreckenrakete von einem Kommando- und Kontrollzentrum aus.

Isik bemerkte im Anschluss, dass die heimische Produktion solch kritischer Systeme für die Verteidigung der Türkei der einzige Weg ist, um an solche Verteidigungsgüter ranzukommen. Er sagte:

„Einige Staaten, die wir als Freunde betrachten, haben leider die Eigenschaft, bei kleinsten Problemen über uns ein Waffenembargo zu verhängen oder den Zugang zu Waffensystemen zu limitieren. Das ist der Grund, warum wir alle entscheidenden Technologien selber besitzen wollen. Wir müssen einer der wenigen Länder werden, die das können.“

Das Ziel der türkischen Streitkräfte (TSK) ist es, die Abschreckungskraft zu erhöhen. Das müsse auch über effektive Luft- und Raketenverteidigungssysteme erfolgen, so Isik.

Der Minister lobte die Arbeit der Ingenieure, die am Projekt beteiligt sind. Die Türkei werde zu ihrer Arbeit beitragen. Isik sagte:

„Die Türkei hat trotz ihres späten Startes große Fortschritte gemacht. Ich glaube, dass wir künftig schneller voranschreiten werden.“

Das Hisar-O-System wurde für die Luftverteidigung der türkischen Landstreitkräfte entwickelt. Das Raketensystem wird Militär-Basen, -Häfen, -Einrichtungen und Truppen gegen luftbasierte Gefahren schützen.

„Die Ziele von Hisar-O sind Kampfflugzeuge, Kampfhubschrauber, navigierende Raketen und Drohnen. Das System hat eine effektive Reichweite von 25 Kilometern“, geht aus der Webseite des Raketenentwicklers Roketsan hervor.

Die Rakete mit einem doppelten Antrieb startete erstmals von einem Raketenwerfer, der von Aselsan entwickelt wurde. Der Start erfolgte mittels des ersten Antriebs. Dann manövrierte die Rakete durch die Luft entlang einer vorprogrammierten Route und startete den zweiten Antrieb.

Tests an der Kurzstrecken-Rakete Hisar-A wurden 2013 erfolgreich abgeschlossen. Die Entwicklung eines Langstrecken-Luftabwehrsystems steht noch aus. Laut mit dem Thema vertraute Regierungsbeamte könnte ein solches System bis 2020 eingeführt werden.

Das Radar der Hisar-Familie, Kommando- und Kontrollzentrale werden von Aselsan entwickelt. Die Hisar-Raketen baut Roketsan.

Die Notwendigkeit nach einem Luftabwehr-Systems ist mit Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges 2011 für die Türkei gestiegen. Die al-Assad-Regierung kann auf ein gesamtes Arsenal von Scud-Raketen setzen, was die Türkei beunruhigt. Auch die russische Militärpräsenz bedroht die militärische Interventionsmöglichkeit Ankaras in der Region.

Besondere Aufmerksamkeit kommen den Luftabwehr-Systemen zu, da türkische Sondereinsatzkräfte Ende Augst die militärische Operation „Schutzschild Euphrat“ in Nordsyrien gegen terroristische Elemente starteten. Sie mussten allerdings ohne ein durchsetzungsfähiges Boden-Luft-Verteidigungssystem einrücken, was sie vor syrischen oder anderen feindlichen Luftangriffen angreifbar macht.

Die türkischen Streitkräfte verlegten Stinger-Raketensysteme vom Typ Atilgan und Zipkin, Kurzstrecken-Raketen, in der Konfliktregion. Die Raketen haben lediglich eine effektiv Reichweite von acht Kilometern.



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