Türkischer Präsident in Pakistan: Beide Länder wollen Freihandelsabkommen noch 2016

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und sein pakistanischer Amtskollege Nawaz Scharaf vereinbarten, in den nächsten Wochen ein umfassendes Freihandelsabkommen zwischen beiden Staaten abzuschließen.

Ein Freihandelsabkommen zwischen Ankara und Islamabad soll noch vor Ende 2016 abgeschlossen werden. Das teilten der türkische und pakistanische Staatsführer bei eine gemeinsamen Pressekonferenz am Donnerstag in Islamabad mit.

„Wir zielen darauf ab, ein Freihandelsabkommen vor 2017 abzuschließen“, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan gegenüber Medien am zweiten Tag seines Staatsbesuchs in Pakistan.

Er sagte, die Beziehungen zwischen den beiden Staaten haben historische Bedeutung. „Ich überliefere die Grüße meiner Nation an das Volk von Pakistan“, sagte der türkische Präsident zu Beginn seiner Begrüßungsrede in Islamabad.

Auch die pakistanische Seite wünscht sich, dass noch dieses Jahr ein Freihandelsabkommen mit Ankara geschlossen wird. Bei einem gemeinsamen Treffen unterhielten sich beide Staatschefs auch über die Sicherheitslage in der Region. Nach ihrem Treffen wurden Treffen auf Delegationsebene abgehalten. Insgesamt entschieden sich beide Länder, ihre Kooperation in fast allen Feldern auszubauen. Das bilaterale Handelsvolumen soll schon bald jährlich eine Milliarde US-Dollar erreichen.

Der türkische Staatspräsident drückte seine Dankbarkeit für die Unterstützung des pakistanischen Volkes während der Ereignisse während des gescheiterten Putschversuchs am 15. Juli durch die Gülen-Bewegung aus. 241 Menschen starben bei Zusammenstößen mit Teilen der Armee, die sich mit der Bewegung des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen verbündeten. Dieser soll laut türkischen Medien Beziehungen zum Auslandsgeheimdienst der USA, CIA, unterhalten.

Erdogan gab wiederum zur Kenntnis, dass die Türkei den pakistanischen Verbündeten im Kampf gegen den Terrorismus unterstütze. Das südasiatische Land kämpft seit Jahren gegen zahlreiche Formen des Terrorismus. Im Norden finden sich die paschtunischen Taliban, die einen Krieg gegen die NATO-unterstützte Regierung in Kabul führen. Im Südwesten verfolgen die Belutschen einen kriegerischen Separatismus. Er dankte Islamabad, dass es sich ebenso dem Kampf der Türkei gegen die Gülen-Bewegung anschloss. Islamabad geht auf Wunsch der Türkei mit aller Härte gegen die Bewegung vor. Der türkische Präsident versprach:

„Wir sind entschlossen, Pakistan in seinem Kampf gegen Terroristen zu helfen.“

Außerdem beobachte die Türkei die Entwicklungen im muslimisch geprägten Kaschmir genau, der von Indien besetzt wird. Das türkische Volk stehe solidarisch an der Seite der Bevölkerung der umkämpften Region. Seit Jahrzehnten sieht sich die muslimische Bevölkerung indischer Brutalität ausgesetzt. Erdogan sagte:

„Wir haben ein Auge auf die Kaschmir-Frage und große Bedenken über die Lage vor Ort. Diese Frage kann nicht ignoriert werden.“

In den vergangenen Wochen gab es auch wiederholt Zusammenstöße im pakistanisch-indischen Grenzgebiet. Die indische Armee griff pakistanische Militärpatrouillen an der Grenze an.

Der türkische Staatsführer fordert, dass der Kaschmir-Konflikt nicht mehr nur als bilaterale Angelegenheit zwischen Pakistan und Indien behandelt werden sollte. Die internationale Gemeinschaft müsse in dieser Territorialfrage vermitteln. Der pakistanische Präsident dankte der Türkei für die Positionierung an Seiten Pakistans.

Scharif machte seine Wertschätzung deutlich für die türkische Rückendeckung bei Pakistans Aufnahme in die Gruppe der sogenannten Kernmaterial-Lieferländer. Das ist eine Gruppe, die zur Nicht-Weiterverbreitung von Kernwaffen beitragen wollen, indem sie gemeinsame Richtlinien zur Exportbeschränkung umsetzen.

 



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