Türkisches Religionsamt wehrt sich gegen deutsche Spionage-Vorwürfe

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Der oberste türkische Kleriker Mehmet Görmez hat am Freitag eine Reihe von polizeilichen Razzien unter dem Vorwurf, Spionage im Namen Ankaras zu betreiben, gegen türkische Diyanet-Imame in Deutschland als „grundlose Unterstellungen“ kritisiert und kategorisch abgelehnt.

Der Vorsitzende des Amtes für Religionsangelegenheiten, kurz Diyanet, sagte, dass „unfundierte Stellungnahmen, Berichte und Unterstellungen ein irreparables Trauma unter der unschuldigen und religiösen Masse“ in Deutschland hinterlassen könnte.

Diese Entwicklung ist eine moralische und gewissenhafte Wunde nicht nur für die über drei Millionen ethnischen Türken, die Deutschland zu ihrer Heimat machten, sondern auch für die insgesamt fünf Millionen Muslime im Land“, betonte Görmez.

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der konservativen BIG Partei, die eine pro-muslimische Migrantenpolitik verfolgt, Ismet Misirlioglu, stimmte dem türkischen Kleriker Görmez zu. Eurasia News gegenüber teilte er mit:

Die Hexenjagd hat in dieser Form gegen die Türkei und in Deutschland lebende Türken im Jahr 2005 Schwung aufgenommen. Die Zuspitzung steht im Zusammenhang mit den türkischen Beitrittsgesprächen zur Europäischen Union. Der kritische bis absolut negative Diskurs gegen die türkische Minderheit in Deutschland hat in den letzten Jahren massiv zu genommen, was zugleich eine gewisse historische Kontinuität ausweist, die auf Bundeskanzler Helmut Kohl 1982 zurückgeht. Durch die Polarisierung im Zuge solcher Kampagnen, die religiöse Institutionen ins Visier nehmen, erhalten die Türken in Deutschland das Gefühl, nicht an einem gleichberechtigtem gesellschaftlichen Leben zu partizipieren. Mit den DITIB-Unterstellungen haben wir den derzeitigen Höhepunkt des Konflikts erreicht. Ähnliche Stigmatisierungsversuche wurden schon früher mit dem Zentralrat der Muslime, dem Islamrat und islamischen Kulturzentren unternommen, praktisch mit fast allen muslimischen Vertreter. Sollte sich dahinter tatsächlich dahinter Kalkül verstecken, dann wird es, das Zusammenleben der verschiedenen Kulturen langfristig beschädigen.“

Am Mittwoch durchsuchte die deutsche Polizei die Wohnungen von vier türkischen Imamen als Teil einer Ermittlung im Zusammenhang mit Vorwürfen der Ausspionierung von türkischen Staatsbürgern, die in Deutschland leben. Insbesondere sollen Verdächtige aus dem Netzwerk der messianisch-islamistischen Fethullah-Gülen-Bewegung im Fokus stehen, deren Führer im US-amerikanischen Exil lebt. Die türkische Regierung beschuldigt das islamistische Netzwerk, führend am vereitelten Putschversuch im Juli 2016 beteiligt gewesen zu sein. In Deutschland operiert die Gülen-Bewegung weithin unabhängig und frei. 

In Österreich beschuldigte der oppositionelle Grünen-Politiker Peter Pilz die Türkei ein Spitzel-Netzwerk unter der türkischen Minderheit in Europa etabliert zu haben.

In seiner Stellungnahme sagte Görmez, dass Diyanet Informationen mit deutschen Behörden ausgetauscht hat und jene sechs Kleriker, die ihre „Kompetenzen überschritten“, zurück in die Türkei berief „als Geste des guten Willen, obwohl keine Spionage stattfand“. Er fügte hinzu:

Das Direktorat für Religionsangelegenheiten respektiert stets die legalen Normen für religiöse Institutionen.“

Der Diyanet-Vorsitzende Görmez stellte den Spionage-Vorwürfen den gesellschaftlichen Beitrag entgegen, den DITIB angesichts eines grassierenden weltweiten Radikalismus zur Verhinderung von religiösen Extremismus in Europa leistet. DITIB stellt sich „gegen radikale Strukturen, terroristische Gruppen oder Kreise, die den Islam missbrauchen“. In diesem Zusammenhang seien die deutschen Ermittlungen „unberechtigt und haben keine Substanz“, 



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1 Kommentar

  1. in deutschland gild das die religion und der staat getrennt sind und da ditib von der türkischen regierung abhängig ist,ist alleine das ein grund um ditib zu verbieten-

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