Turkmenistan will Katar für Erdgas-Pipeline nach Pakistan und Indien gewinnen

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Turkmenistan ist daran interessiert, die Erdgas-Macht Katar am staatenübergreifenden Erdgas-Pipelineprojekt Afghanistan-Pakistan-Indien, kurz TAPI, zu beteiligen. Der Professor für Zentralasien-Studien Luca Anceschi betrachtet die Zukunftsaussichten des Projekts skeptisch.

Turkmenistans Präsident machte diese Bemerkungen während Verhandlungen in Doha. Der Staatsführer des zentralasiatischen Turkstaates befand sich auf Arbeitsbesuch in Katar vom 15. bis 16. März.

Turkmenistans Interesse für eine Kooperation mit Katar wurde bei direkten Verhandlungen mit dem Emir der Monarchie Scheich Tamim bin Hamad al-Thani kundgetan.

Eurasia News sprach mit dem Professor für Zentralasiatische Studien Luca Anceschi, der an der britischen Universität von Glasgow lehrt. Anceschi ist über den Erfolg des Projekts skeptisch und sagte:

„Ich glaube nicht, dass TAPI eine Zukunft hat. Nach meiner Meinung hat sich das Marktfenster geschlossen, in dem das Projekt lukrativ war. Das liegt unter anderem am international niedrigem Erdgaspreis, die alle finanziellen Angelegenheiten hinter TAPI hinterfragen. Gegenwärtig gibt es schwerwiegende Gerüchte, wonach sich Iran, Pakistan und Indien eine gemeinsame Pipeline überlegen. Das indiziert, dass es eine Nachfrage für eine Art TAPI-Infrastruktur gibt, aber die Projektkosten sind gegenwärtig einfach zu hoch.“

Berdimuhammedow bemerkte, dass Katar ein Weltmarktführer beim Export von verflüssigtem Erdgas ist.

„Katars Erfahrung in dieser Sphere wird sehr nützlich für unsere dynamische Wirtschaft sein“, kommentierte der turkmenische Präsident.

Der Bau der turkmenischen Sektion des TAPI-Projekts wurde im Dezember 2015 gestartet. Die jährliche Transportkapazität der Erdgas-Pipeline wird jährlich 33 Milliarden Kubikmeter umfassen. Die Gesamtlänge der TAPI-Pipeline umfasst 1,814 Kilometer. 214 Kilometer sollen dabei durch Turkmenistan verlaufen, 774 Kilometer durch Afghanistan und 826 Kilometer durch Pakistan.

 

 



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