Turkvölker besitzen eine eigene historische Hochkultur und Sprache

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Turkvölker sind doch nicht so primitiv und kulturlos, betont der verstorbene Turkologe Sergej Klyashtorny. Er weist auf alte Runenfunde in der Mongolei hin. 

Der Orientalist und Turkologe, Professor Sergej Grigorjewitsch Klyashtorny, wäre in diesem Winter 80 Jahre alt geworden. Eines seiner wichtigsten wissenschaftlichen Werke ist das Buch „Monumente der antiken türkischen Schrift und der ethnisch-kulturellen Geschichte Zentralasiens“. Seine Werke halfen, allen pseudowissenschaftlichen Amateuren einen mächtigen Schlag zu versetzen, die behaupteten, Turkvölker hätten nur eine primitive Kultur und insbesondere keine Schrift.

Der Professor wehrte sich unter Berufung auf seine eigene Forschungen in Zentralasien gegen orientalistische Unterstellungen, wonach Turkvölker historisch eine primitive Veranlagung hätten.

„Warum können wir über die antike türkische Zivilisation sprechen? Die Türken schufen ihr eigenes Originalskript, das noch nie zuvor irgendwo verwendet wurde. Diese Schriften waren für die europäischen Wissenschaftler ein Rätsel, auch wenn sie auf bestimmte Inschriften stießen. Bis 1891, als der russische Wissenschaftler Nikolai Mikhailovich Yadrintsev [zu seinen Entdeckungen gehören die Orkhon-Schrift, die Hauptstadt Dschingis Khans, Karakorum und Ordu-Baliq, die Hauptstadt des uigurischen Khaganats], in der Nordmongolei entdeckte, wo der Sitz des türkischen Kaghans lag, wurden auch zwei riesige, vier Meter hohe Stelen entdeckt. Sie waren von jeweils drei Seiten mit türkischen Runen versehen. Die Entdeckung sorgte für Furore in der wissenschaftlichen Gesellschaft. Endlich wird das 200 Jahre alte Rätsel gelöst!

Es war der dänische Sprachwissenschaftler Vilhelm Thomson, gefolgt von dem russischen Akademiker Wassili Wassiljewitsch Wassiljewitsch Radlov, die den türkischen Hieroplyphen auf den Grund gingen. Thomson war der erste, der den Schlüssel zum Lesen dieser Schriften fand, während Radlov der erste war, der sie in eine europäische Sprache übersetzte. Er übersetzte und veröffentlichte sie auf Deutsch, so dass alle europäischen Wissenschaftler, die von dieser Entdeckung schockiert waren, daraus lesen konnten“, sagte Klyashtorny.

Anbei ein Video zu den Aussagen von Klyashgtorny auf Englisch:

Sergey Grigoryevich Klyashtorny wurde 1928 in Gomel geboren, studierte an der Fakultät für Orientalistik der Leningrader Staatlichen Universität in den Abteilungen für Türkische Philologie und Geschichte des Nahen und Mittleren Ostens. Er arbeitete im Bereich der Turk- und Mongolenstudien des Leningrader Zweigs des Instituts für Orientalistik der Akademie der Wissenschaften der UdSSR, war Dozent am Institut für Türkische Philologie der Leningrader Staatlichen Universität und am Institut für Zentralasien und Kaukasus der Staatlichen Universität St. Petersburg. Bis zu seinem Tod 2014 leitete er die Zentral- und Südasienabteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften.

Der Weg der Turkvölker zum Islam

Als Turkstaaten werden im Deutschen die turksprachigen zentralasiatischen Republiken Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan und Turkmenistan sowie Aserbaidschan und die Türkei gezählt. Es gibt auf der Welt 180 bis 200 Millionen Menschen, die verschiedenen Turkvölkern angehören.



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