Unabhängiges Kurdistan? Türkei erteilt Barzani glatte Abfuhr

0

Die Türkei holte gegen einen Plan von irakischen Kurden aus, ein Referendum zur Unabhängigkeit durchzuführen. Ankara nannte es einen „ernsten Fehler“ und nannte die territoriale Integrität und politische Einheit Iraks einen fundamentalen Eckpfeiler der Türkei. Das bedeutet ein klares „Nein für Kurdistan“.

„Wir glauben, das wird ein ernster Fehler sein“, geht aus der Stellungnahme des Außenministeriums hervor. Damit weist Ankara seinen engsten Partner die KDP-Regierung unter Massoud Barzani in Erbil in die Schranken. Eine Unabhängigkeit des Partners birgt unberechenbare Folgen für die türkische Kurdenpolitik im Inland. Es ist nicht absehbar, ob Barzani nach der Unabhängigkeit noch immer ein loyaler Partner Ankaras bleibt.

Am Mittwoch erklärte Erbil, dass es am 25. September einen Volksentscheid zur Unabhängigkeit der sogenannten Kurdischen Autonomie Region im Nordirak abhalten möchte. Diesem Schritt steht auch die von Schiiten dominierte Zentralregierung in Bagdad entgegen.

„Wir teilten unsere Sicht und Sorgen über das Unabhängigkeitsreferendum mit der irakischen Regierung und führenden Mitgliedern der internationalen Gemeinschaft. In diesem Rahmen betonten wir, dass das Referendum nicht im Interesse Iraks ist und dass die gegenwärtige Periode entscheidender Entwicklungen in der Region negativen Konsequenzen ausgesetzt sein wird, was die Instabilität nur erhöht“, geht aus dem Statement des türkischen Ministeriums weiter hervor.

Auch Deutschland kritisierte den kurdischen Volksentscheid und beschrieb es als einen einseitigen Schritt, der die Einheit Iraks in Gefahr bringt. Das US-Außenministerium sagte, es ist besorgt, dass ein nicht bindendes Referendum von wichtigeren Angelegenheiten wie der Kampf gegen den „Islamischen Staat“ ablenkt.

Die Unabhängigkeit schiebt sich damit auf die lange Bank. Die internationale Gemeinschaft erkennt die Unabhängigkeit eines Kurdistans nicht an.

Nicht zu vergessen bleibt, dass Erbil seit dem Erscheinen vom IS seit Territorium rund um 30 Prozent erweiterte. Es stehen zahlreiche Dispute mit der Zentralregierung in Bagdad aus. Diese befassen sich mit dem Sindschar, Tuz Churmatu und Kirkuk.

Besonders schwierig für die Türkei ist die starke Präsenz von terroristischen Kurden-Milizen, die der PKK nahestehen im Sindschar-Gebiet. Dort agieren rund 400 PKK-Kämpfer, die einen blutigen Krieg mit dem türkischen Staat führen. Auch in Kirkuk, eine Hochburg irakischer Turkmenen, konnte sich die PKK mit Hilfe der pro-iranischen Talabani-Partei PUK ansiedeln.



Share.

Nehme dazu Stellung!