Usbekistan: Diktator Islam Karimov fälschte Wirtschaftsdaten jahrelang

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Präsident Schavkat Mirziyoyev hat am Freitag gesagt, dass Usbekistan über Jahre hinweg überhöhte und damit vom ehemaligen Machthaber Islam Karimov gefälschte Wachstums- und Beschäftigungszahlen veröffentlichte. Er beschrieb die geschönten Zahlen als „Fiktion“ und versprach weitere Reformen im Turkstaat.

Die ehemalige Sowjetrepublik vermeldete seit einem Jahrzehnt ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von etwa acht bis zehn Prozent, obwohl ausländische Ökonomen die Richtigkeit der Daten oft in Frage gestellt haben.

Dem Parlament sagte Mirziyoyev laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Wirtschaftszahlen unter der Herrschaft von Karimov nicht real waren. Mirziyoyev wurde vergangenes Jahr nach dem Tod von Diktator Karimov zum Präsidenten gewählt.

„Acht Prozent (BIP-Wachstum) waren eine Fiktion“, sagte er und fügte hinzu, dass das diesjährige Wachstum bei 5,5 Prozent vermutet wird. „Um ehrlich zu sein, ich habe angeordnet, dass sogar die 5,5-Prozent-Zahl fast 10 Mal überprüft wird.“

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Auch die Beschäftigungszahlen waren stark überhöht. „Im Jahr 2017 haben wir 336.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, und das ist eine reale Zahl“, sagte er. „Früher haben wir berichtet, dass wir jährlich fast eine Million Arbeitsplätze geschaffen haben. Kein Land der Welt kann das schaffen!“

Mirziyoyev, der selbst seit 2003 Premierminister war, macht für die irreführenden Berichte ehemalige Ökonomen der Regierung verantwortlich, ohne sie namentlich zu nennen.

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Der Präsident des zentralasiatischen Turkstaates strukturierte die Regierung während seines ersten Regierungsjahres um. Er führte einige Reformen durch. Darunter fällt die Liberalisierung der ehemals drakonischen Devisenvorschriften, die ausländische Investoren abgeschreckt hatten.

Am Freitag gelobte er, die Reformen fortzusetzen. Usbekistan werde die Gespräche über den Beitritt zur Welthandelsorganisation im nächsten Jahr wiederaufnehmen. Die rohstoffreiche Nation von 32 Millionen Menschen müsse dringend ihre alternde Infrastruktur modernisieren.

„Im Jahr 2017 haben wir 56,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas gefördert“, sagte er. „Aber da der Sektor seit vielen Jahren nicht mehr modernisiert wurde, haben wir große Verluste, bis zu 20-23 Prozent, bei der Produktion und beim Versand.“

Das Staatsoberhaupt versprach, dass Usbekistan die Gasproduktion im nächsten Jahr auf 66 Milliarden Kubikmeter steigern wird.

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