Prinz über Machthaber von Emirate: Er ist ein „Betrüger und Feigling“

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Ein saudischer Prinz begehrt gegen den autokratischen Machthaber der Vereinigten Arabischen Emirate Muhammed bin Zaid auf und nennt ihn einen „Betrüger und Feigling“. Er ist bereit, mit seinem Leben zu bezahlen.

Der saudische Prinz Abdulaziz bin Fahd, Sohn des Königs Fahd bin Abdulaziz al-Saud, hat betont, dass er lieber seinen „Kopf verliert“, als dass er abschätzige Bermerkungen gegen die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate und den Kronprinzen von Abu Dhabi Muhammed bin Zaid löscht.

In den vergangenen Wochen äußerte bin Fahd scharfe Kritik gegen die Vereinigten Arabischen Emirate. Er rief nicht nur Muslime auf der ganzen Welt auf, „für al-Aksa“ zu kämpfen, als Israel mit Sicherheitsmaßnahmen im Juli den Zugang zum heiligen Komplex in Jerusalem blockierte. Er beschrieb den Machthaber der Vereinigten Arabischen Emirate Muhammed bin Zaid als „niederträchtig und Feiglung“.

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Die Veröffentlichung auf dem Micro-Bloggingdienst Twitter war eine Reaktion auf ein Bild von einem emiratischen Twitter-Nutzer, das König Selman von Saudi-Arabien und Muhammed bin Zaid Seite an Seite zeigte.

Bin Fahd ging so weit, dass er den ansonsten gefürchteten Machthaber der Emiraten einen „Betrüger“ nannte. Bin Zaid hat „ein satanisches schwarzes Gesicht“, fügte der saudische Prinz hinzu.

Die Aussagen von Abdulaziz bin Fahd stehen im radikalen Kontrast zur offiziellen Politik der autokratischen Führung Saudi-Arabiens. Riad kooperiert mit den Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und Bahrain bei der Blockade von Katar, das sich nicht der Vormacht von Riad und Abu Dhabi am Persischen Golf beugt.

Empört über die Aussagen, wurde bin Fahd aufgefordert, seine Kommentare unverzüglich zu löschen. Die Absage von bin Fahd folgte prompt:

„Ich würde lieber meinen Hals verlieren, als dass ich meine Kommentare lösche, solange das nicht gegen Gott und seinen Gesandten geht.“

Neben Konflikte mit Katar stehen die Vereinigten Arabischen Emirate auch regelmäßig im Clinch mit der Türkei. In Libyen und Somalia insbesondere lässt die Führung in den Emiraten nichts unversucht, um gegen türkische Interessen und Aktivitäten vorzugehen. Einige türkische Medien berichteten, dass die Vereinigten Arabischen Emirate den vereitelten Putschversuch in der Türkei im vergangenen Jahr finanzierten.

Der saudische Prinz gilt als einflussreiche Persönlichkeit. Bis zum Jahr 2016 war Abdulaziz bin Fahd Leiter des Gerichts für Kabinettsangelegenheiten in Saudi-Arabien. Es ist unklar, welche Position der Prinz heute im saudischen Staat einnimmt. Öffentlich zugängliche Quellen berichteten, dass er wohl noch immer offiziell einen Titel als Staatsminister und Kabinettsmitglied trägt. Auf seinem Twitter-Konto veröffentlichte Abdulaziz bin Fahd ein Bild von sich und dem amtierenden saudischen König Selman.

Zu den engen Freunden des saudischen Prinzen gehört der amtierende libanesische Premierminister Saad Hariri. Abdulaziz bin Fahd soll wirtschaftliche Beziehungen zum Familienunternehmen der Hariri-Familie unterhalten. Außerdem hält der Prinz rund 50 Prozent der Anteile an der Mediengruppe MBC, das unter anderem den panarabischen Fernsehsender al Arabiya kontrolliert.



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