An Verfolgung von Rohingya mitschuldig? Oxford-Universität hängt Gemälde von Myanmars Suu Kyi ab

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Die renommierte britische Oxford-Universität, an der die umstrittene Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi studierte, hat erklärt, dass sie am Samstag ein Porträt der Staatschefin von Myanmar abhing. Das ist eine Entscheidung, die der weit verbreiteten Kritik an der Verfolgung der muslimischen Rohingya durch das Militär folgt.

Das Porträt, das im Haupteingang des St. Hugh’s College ausgestellt war, wurde eingelagert und am Donnerstag durch ein neues Gemälde des japanischen Künstlers Yoshihiro Takada ersetzt.

Die Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi studierte am St. Hugh’s College. Sie schloss 1967 ihr Studium in Philosophie, Politik und Wirtschaft ab, bevor sie 1968 ihren Abschluss in Politik machte.

„Wir bekamen am Anfang des Monats ein neues Gemälde, das für einen bestimmten Zeitraum am Haupteingang ausgestellt wird“, sagte das College, das zur Oxford-Universität gehört, in einer Erklärung.

Die Universität gab nicht bekannt, ob die Entfernung des Bildes mit der andauernden Krise im westlichen Rakhine-Staat in Myanmar zusammenhängt. Dort leben Millionen von Muslime der Minderheit der Rohingya, die vom Militär verfolgt werden.

Allein im letzten Monat flohen rund 436.000 Rohingyas nach Bangladesch. Sie fürchten die Gewalt des Militärs. Die Verfolgung ist laut den Vereinten Nationen ein „Musterbeispiel für ethnische Säuberungen“.

Rohingya Muslime werden von den Vereinten Nationen als die am weitesten verfolgte ethnische Gruppe der Welt bezeichnet. Seit 2012 wird die Minderheit gezielt ins Visier genommen.

Das St. Hugh’s College zählt unter anderem die britische Premierministerin Theresa May zu seinen Alumni.

(Bildquelle: Wikimedia/Claude TRUONG-NGOC/CC BY-SA 3.0)


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