YPG-Miliz muss aus Manbidsch abziehen, wie von USA versprochen

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Die Agenda der Welt hat sich im Handumdrehen geändert. Alle Augen sind auf die südliche Grenze der Türkei oder Nordsyrien gerichtet. Dabei geht es um die Städte Afrin und Manbidsch, ein Kommentar von Mehmet Seyfettin Erol, Analyst bei der türkischen Denkfabrik ANKASAM. 

Die Erklärung von Präsident Recep Tayyip Erdogan in der vergangenen Woche über eine neue Offensive in Syrien hat dazu geführt, dass in den meisten Hauptstädten, vor allem in Washington und Tel Aviv, Alarmglocken ertönen.

Im Anschluss an die Erklärung Erdogans wurden an der Grenze erhebliche Verstärkungen vorgenommen, während die türkischen Streitkräfte (TAF) wiederholt PKK/YPG-Ziele in Afrin bombardiert haben. Man kann also sehen, dass Ankara in seiner Haltung entschlossen ist.

Dieses Mal erreichte die Türkei eine größere internationale Unterstützung für die Offensive. Aus diesem Grund hat Präsident Erdogan in seiner Rede ein Anfangsdatum genannt, in dem er erklärte:

„Wenn sich die Terroristen in Afrin nicht ergeben, werden sie ins Visier genommen. Wir werden die Angelegenheit in unsere Hände nehmen, wenn die Garantien in Bezug auf Manbidsch auch nicht erfüllt werden. Innerhalb einer Woche werden sie sehen.“

Um Missverständnissen vorzubeugen, ist der Adressat die USA und die YPG-Miliz. Es ist klar, dass die Türkei den USA eine Woche Zeit gegeben hat, um darüber zu entscheiden, mit welcher Fraktion sie in diesem Konflikt stehen.

In diesem Zusammenhang sind die folgenden Aussagen recht auffällig:

„Ich lade in diesem Moment unsere Verbündeten, die die terroristischen Organisationen in Syrien unterstützen, ein, sich selbst auf die Probe zu stellen. Eine solche Partnerschaft kann es nicht geben. Ein Teil der militärischen Ausrüstung wird gegen uns eingesetzt. Wir wollen aber unsere Regionalpolitik mit den Vereinigten Staaten durchführen. Das kann aber nicht einseitig sein. Jeder sollte für sein Handeln verantwortlich sein. Wenn die USA weiterhin darauf bestehen, werden sie ein alternatives Mittel finden.“

Ist die Antwort der USA nicht zu offensichtlich?

Tatsächlich hatten die USA bereits 2016 auf einen ähnlichen Aufruf geantwortet, der am 27. Juni 2016 die Phase der Normalisierung zwischen der Türkei und Russland einleitete und die Regionalpolitik der USA zu behindern begann.

Einer der überzeugenden Faktoren war dabei die Entschlossenheit der USA, die Zusagen gegenüber der YPG und nicht gegenüber der Türkei fortzusetzen. In diesem Zusammenhang sind die USA ihren Verpflichtungen gegenüber der Türkei in Bezug auf Manbidsch nicht nachgekommen. Die YPG zog trotz US-Versprechen nicht von Manbidsch ab. Gegenwärtig hat die Türkei den USA erneut eine Woche Zeit gegeben, um ihre Entscheidungen neu zu treffen.

Die Zusicherung lautete, dass sich YPG/PKK-Einheiten aus Manbidsch zurückziehen würden, sobald der „Islamische Staat“ besiegt wurde. Allerdings sind Monate vergangen, seit die Offensive abgeschlossen wurde. Die Streitkräfte sind noch immer in der Stadt präsent. Stattdessen wurde im vergangenen Jahr vor Ort eine weitreichende Befestigung von den USA errichtet.

Die YPG-Miliz mit Verbindungen zur PKK, die explizit gegen die Türkei eingesetzt wird, wurde unter dem Vorwand der Bekämpfung vom „Islamischen Staat“ gerechtfertigt. Allerdings suchen die USA nun nach anderen Rechtfertigungen. Dies liegt daran, dass die USA nach der Niederlage des IS als Besatzungsmacht betrachtet werden.

USA bauen YPG-Miliz auf, um Russland und Iran Sieg in Syrien zu vereiteln

David Satterfield, stellvertretender Außenminister, der für die Nahostpolitik des US-Außenministeriums zuständig ist, erläuterte die folgenden Argumente während der Anhörung des Ausschusses für Außenbeziehungen des Senats. Die militärische Präsenz der USA in Syrien wird auf unbestimmte Zeit anhalten, um dem iranischen Einfluss in der Region zu begegnen und Verbündete (Demokratische Kräfte Syriens, SDF) in Nordsyrien zu schützen. Satterfield argumentierte, dass die Strategie, in Syrien zu bleiben, gründlich durchdacht war und von der Trump-Administration entschieden wurde.

Die USA, die in Syrien unterlegen sind, greifen nach der YPG als letzte Hoffnung. Die folgende Behauptung des stellvertretenden Außenministers David Satterfield zeigt die Absicht der USA, über diese Terrororganisation ein „neues Syrien“ zu formen. „Wir wollen helfen, die politische Struktur Nordsyriens in ein Modell für alle Syrer zu verwandeln und im neuen syrischen Staat angemessen vertreten zu sein“, ergänzte er.

Die türkisch-russisch-iranische Allianz hat ihre Entscheidung getroffen!

In den vergangenen Wochen wurde die türkisch-russisch-iranische Einheit immens ins Visier genommen, wozu auch Behauptungen gehörten, die USA und Russland hätten sich in Syrien geeinigt, und türkisch unterstützte Streitkräfte zielten auf russische Stützpunkte.

Es wurde jedoch schnell klar, dass nichts davon wahr ist. So betonte beispielsweise Wladimir Putin, Präsident der Russischen Föderation, dass die Türkei mit den massiven Drohnen-Angriffen auf die russische Luftwaffenbasis in Chmeimim nichts zu tun hat. Er beschuldigte indirekt die USA.

Deshalb hat die türkisch-russisch-iranische Partnerschaft solche Wahrnehmungsoperationen heruntergespielt und ihre Einheit in Reaktion gestärkt. Daher wird sich eine mögliche Offensive gegenü Afrin und Manbidsch als Ergebnis der Aussöhnung zwischen diesen drei Staaten manifestieren, so wie es in der Vergangenheit der Fall war.

Die Parteien des Bündnisses sind sich darüber im Klaren, dass sie, wenn sie in Afrin und Manbidsch nichts unternehmen, mit bitteren Folgen konfrontiert werden, die eine Balkanisierung der Region einleiten wird.

Die türkisch-russisch-iranische Partnerschaft muss die in Astana vereinbarten Verpflichtungen erfüllen. Darüber hinaus steht angesichts der aktuellen Situation in Manbidsch eine humanitäre Intervention unmittelbar bevor. Die Bevölkerung ist gegen den PKK-Terror gerüstet, der durch die YPG-Miliz am Boden präsentiert wird. In den vergangenen Tagen gab es vermehrt Proteste unter der arabischen

Die Öffentlichkeit will die USA und YPG in Manbidsch nicht, und die USA machen sich gerade erst mit der kurdischen Realität vertraut, die unter Arabern und anderen Minderheiten vorherrscht. Wenn die USA darauf bestehen, proaktiv zu bleiben, wird ein Konflikt unvermeidlich sein, da der Aufstand in Manbidsch nicht auf die Stadtgrenzen beschränkt bleibt. Es gibt eine weit verbreitete Bewegung gegen die USA und YPG, die ganz Syrien umfasst, und die Kurden wollen nicht aufgerieben werden.

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